Leichte Sprache

Warum Umweltpolitik Generationengerechtigkeit bedeutet

Alle Parteien versuchen im Wahlkampf, sich als DIE Zukunftspartei darzustellen, unserem Autor fällt aber auf: Zukunft bedeutet in den Programmen nicht zwingend, auch die Themen zu beackern, die für zukünftige Generationen wichtig sind.
Es gibt keinen Planet B

Wie kein anderes Thema steht für mich die Umweltpolitik als Synonym für Generationengerechtigkeit. Meine Generation ist die erste, die die Folgen der Klimakrise spürt, gleichzeitig aber auch die letzte, die etwas gegen sie unternehmen kann. Die Politik scheint dies aber nicht wirklich zu interessieren.

Alle Parteien versuchen zwar gerade im Wahlkampf, sich als DIE Zukunftspartei darzustellen, mir fällt aber auf: Zukunft bedeutet in ihren Programmen nicht zwingend, auch die Themen zu beackern, die für zukünftige Generationen wichtig sind. In einer Umfrage, die ich mit Schüler*innen in meiner Schule durchgeführt habe, kam heraus, dass ihnen die Umwelt genauso wichtig ist wie Bildung. Denn von beidem sind sie unmittelbar betroffen.

Lücke zwischen Worten und Taten

Gerade beim Herzensthema Umwelt enttäuschen viele Politker*innen aber tiefgreifend. Es gibt eine große Lücke zwischen ihren Worten und Taten. Die einen wollen die schon fertig verhandelten, strengeren Abgasauflagen in der EU nicht durchsetzen, die anderen scheuen sich vor einem konsequenten Verzicht auf fossile Brennstoffe und wieder andere bestreiten sogar grundsätzlich den Einfluss des Menschen auf den Klimawandel. Deutschland, das international gern als Klimaschutzvorreiter gelten möchte, wird seine eigenen, eigentlich schon zu niedrigen, Beiträge zu den Pariser Verträgen verfehlen.

Danilo Zoschnik

Der Autor
Danilo Zoschnik hat gerade sein Abitur in Eberswalde gemacht und nun Zeit, die Wochen bis zur Bundestagswahl bei uns durchzubloggen.

Es sei denn, es geht ein Ruck durch die politische Landschaft! Umweltpolitik wird zurzeit viel zu oft wie ein Luxusthema behandelt, das sich ein Wirtschaftsstandort wie Deutschland nicht leisten kann. Dabei könnte eine Wende der Energie, Landwirtschaft und des Verkehrs Arbeitsplätze, Innovation und, für Kritiker sicherlich wichtig, auch einen wirtschaftlichen Aufschwung, schaffen.

Nicht von der Hand zu weisen ist jedenfalls, dass Jugendliche im Einklang mit dem einen Planeten leben wollen, den wir nun einmal nur zur Verfügung haben, auch wenn wir momentan wirtschaften, als hätten wir mehr. Die immer extremer werdenden klimatischen Bedingungen sorgen unter anderen dafür, dass Menschen ihre Heimat verlassen müssen, es Dürren gibt und der Meeresspiegel steigt.

Umweltschutz ist kein Luxus

Gesundes Essen, weniger Gifte in unserer Luft und funktionierende Ökosysteme – das sind Dinge, die kein Luxus sein dürfen. Denn wie wir mit unserer Umwelt umgehen, hat ganz konkrete Folgen für jeden von uns.

Auch wenn, oder gerade weil die Gefahren eines inkonsequenten Umweltschutzes abstrakter scheinen als die eines Terroranschlages: Ich wünsche mir für die Zukunft endlich mehr Rückgrat in einem Politikfeld, in dem wir uns etwas anderes überhaupt nicht leisten können. Und zwar nicht nur im Wahlkampf.
 

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Kommentare

Es geht so nicht weiter!

Ich verstehe bis heute nicht, warum der Umweltpolitik kaum bis keine Beachtung geschenkt wird. Wenn man vorallem in Richtung Amerika blickt, sollte man doch ehrlich überlegen, ob es sich nicht lohnen könnte, die eigene Karriere zu schmeißen und stattdessen sich die nächsten 30 Jahren ein schönes Leben zu machen, bis das Ganze hier letztendlich endet. Menschheit, komm bitte zu dir!
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