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Wie kommen die Bücher in die Landeszentrale?

Von der Buchmesse zur Buchausgabe
Zweimal im Jahr stürzt sich der Publikationsreferent der Landeszentrale in das Getümmel der Buchmessen in Leipzig und Frankfurt am Main. Sein Ziel: gute Bücher für die Brandenburger finden. Der Weg bis in die Buchausgabe ist lang und das Ende jedes Jahr spannend.
Kai Schreiweis mit einem Stapel Bücher

In diesem Jahr war ich als Publikationsreferent der Landeszentrale zum ersten Mal auf der Frankfurter Buchmesse. Obwohl ich schon einiges an Messe-Erfahrung vorweisen kann und mich auch große Menschenansammlungen nicht abschrecken, muss ich zugeben, dass ich als Buchmessen-Neuling überwältigt war.

Die Frankfurter Buchmesse findet in riesigen Hallen statt, die untereinander mit Laufbändern, wie man sie von großen Flughäfen kennt, verbunden sind. Die riesigen Hallen bestehen zum Teil aus bis zu drei Etagen. Ein Glück, dass die Verlage, mit denen ich Gesprächstermine vereinbart hatte, alle in einer Halle waren. Ein heiterer Trubel und ein lebendiges Treiben finden innerhalb der Hallen statt: Verlage preisen ihre Neuerscheinungen an, Autoren lesen aus ihren Büchern und geben Interviews und Autogramme, Dienstleister stellen ihre neusten Produkte vor.

An allen Ecken finden sich Kuriositäten und Besonderheiten: Bibel- und Koran-Ausgaben werden in den unterschiedlichsten Formaten präsentiert, Erotik-Verlage verlosen ihre Druck(bild)erzeugnisse als 5 Kilogramm-Pakete, Esoterikfibeln werden kostenlos verteilt und man kann zuschauen, wie Rezepte aus neusten Kochbüchern live vor Ort zubereitet werden. Ausländische und internationale Verlage und Anbieter sind auch in Frankfurt vertreten, vom großen amerikanischen Wissenschaftsverlag über chinesische Kinderbücher bis hin zur populären malaysischen muslimischen Comicfigur.

Nicht nur Zeitungen und Magazine, Hörfunk- und TV-Programme sowie Comic-Verlage stellen ihre Angebote vor, sondern auch Institute, Forschungseinrichtungen und Stiftungen sowie Bildungsanbieter wie die Bundeszentrale für politische Bildung. Kurzum: Es ist voll!

Doch wie findet man aus diesem riesigen Angebot nun die Titel, die wir für die Landeszentrale ankaufen? Dafür sind lange Vorarbeiten notwendig. Der deutsche Buchmarkt kennt zwei Jahreshöhepunkte, an denen die Buchindustrie ihre Arbeit ausrichtet. Dies sind die beiden großen Buchmessen im Frühjahr in Leipzig und im Herbst in Frankfurt am Main. Im Vorfeld der Messen veröffentlichen alle Verlage ihr Angebot in Form von Katalogen. In Zeiten des Internets müssen diese nicht mehr per Hand durchgeblättert werden - obwohl ich das auch noch mache - sondern können gescrollt, gezoomt und geklickt werden. Außerdem erhalten wir Informationen über Neuerscheinungen per Newsletter, RSS-Feeds oder Buchbesprechungen im Radio, in Tages- und Wochenzeitungen sowie im Fernsehen oder über Online-Podcasts.

Auf diese Weise treffen wir in der Landeszentrale eine Vorauswahl an interessanten Publikationen. Dabei orientieren wir uns zunächst an klassischen Themenfeldern der politischen Bildung wie dem Aufbau des politischen Systems, der Funktionsweise von Demokratie oder zeithistorischen Themen, wie die Aufarbeitung der nationalsozialistischen Diktatur, aber auch auf Jahresschwerpunkte, wie zum Beispiel das 500jährige Jubiläum der Reformation 2017. Natürlich werden vorrangig Bücher ausgesucht, die einen Brandenburg-Bezug haben und von denen wir glauben, dass sie auf Interesse bei den Brandenburger_Innen stoßen.

Danach geht es ans Eingemachte und an die Hauptaufgabe eines Publikationsreferenten: lesen, lesen, lesen und nochmals lesen. Nur so kann ich mir selbst ein Urteil über die jeweilige Publikation bilden. Dazu kommen die Meinungen von Kolleg_Innen, anderen Experten und die Lektüre von Buchrezensionen.

Kai Schreiweis

Kai Schreiweis ist Publikationsreferent der Landeszentrale als Elternzeitvertretung für Katrin Marx.

Einige Wochen vor den Buchmessen treffen sich die Publikationsreferenten der einzelnen Landeszentralen und der Bundeszentrale für politische Bildung auf einer Koordinierungskonferenz, um über ihre jeweiligen Ankaufsentscheidungen zu beraten. Es wird versucht, gemeinsame Projekte zu finden, denn gemeinsam ist man stärker und wenn zusammen viele Bücher angekauft werden, können günstigere Preiskonditionen oder gar ein Sonderdruck bei den Verlagen ausgehandelt werden.

Auf den Buchmessen selbst finden dann Verhandlungen mit Verlagsvertretern statt. Diese informieren gleichzeitig über ihre Planungen für die nächsten Jahre und berichten, woran gerade gearbeitet wird.

Zurück im Büro werden diese Vorverhandlungen durch das Einholen von Angeboten, das Bestätigen von Staffelpreisen, Vertragsabschlüsse und Bestellungen abgeschlossen. Später werden die Bücher in Paketen oder auf Europaletten angeliefert, in unserem Lager verstaut, um von dort aus dann in die Regale unserer Bücherausgabe und den Online-Shop gestellt zu werden.

Erst wenn Sie unsere Bücher aber auch bestellen, wissen wir, ob wir mit unserer Auswahl richtig gelegen haben. Und darauf ist ein Publikationsreferent jedes Jahr aufs Neue gespannt.
 

 

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Kommentare

Neue Bücher

Lieber Gast,

natürlich kommen im nächsten Jahr, aber auch noch im Rest des Jahres neue Bücher ins Angebot der Landeszentrale. Es gab dieses Jahr jedoch schon einige Neuanschaffungen - beispielsweise Titel zur Flüchtlingsthematik von Stefan Luft, Anja Reschke, Christian Jakob und Mathis Oberhof oder Handbücher zum Rechtsextremismus und zur Geschichte der Kulturlandschaft der Niederlausitz und südlichen Lubuskie.

Des Weiteren wurde der Bestand einiger vorhandener Titel wieder aufgefüllt, wie beispielsweise die beliebten historischen Reiseführer zu Potsdam und Brandenburg. Auch haben wir neue Auflagen des Brandenbuches und von Islamische Kultur und Geschichte drucken lassen.

Ich kann weiterhin versprechen, dass Sie sich noch auf weitere Neuerscheinungen im Buchangebot der Landeszentrale freuen können. P.S.: Um immer auf dem neuesten Stand zu bleiben und rechtzeitig über Neuerscheinungen informiert zu werden, können Sie unseren Newsletter abonnieren und uns auf Facebook folgen.

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Schön, wenn nächstes Jahr

Schön, wenn nächstes Jahr wieder neue Bücher ins Angebot aufgenommen werden. In diesem Jahr gab es ja leider so gut wie keine neuen Titel.
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