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Menschenrechte

Lexikon Politische BildungMenschenrechte sind die einzigen Rechte, die für jeden Menschen gelten, weltweit und überall. Das heißt, sie sind universell.

Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren - so heißt es in Artikel 1 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte. Insgesamt 30 Rechte listet die Erklärung auf, die von der Generalversammlung der Vereinten Nationen (UNO) am 10. Dezember 1948 angenommen wurde. Sie ist rechtlich nicht bindend, hat jedoch eine große moralische Ausstrahlung.

Das Recht auf Würde, Essen und eine Unterkunft, das Recht auf Bildung, das Recht frei zu leben, frei zu sprechen und seine Religion frei auszuüben, das Recht auf Gleichbehandlung unabhängig von Hautfarbe, Sprache, Volks- oder Staatszugehörigkeit – sie alle gehören zu den allgemeinen Menschenrechten.

Es gibt viele Formen, in denen Menschenrechte verletzt werden und viele Betroffene, die besonderen Schutz benötigen: Kinder, Frauen, Aktivisten, Behinderte, Opfer von Folter und Menschenhandel. Alle 5 Sekunden verhungert weltweit ein Kind - täglich 16.000. Über eine Milliarde Erwachsene können nicht lesen. 27 Millionen Menschen leben in Sklaverei - mehr als doppelt so viele wie im Jahr 1800.*  

Kritik an der Allgemeingültigkeit der Menschenrechte

In Deutschland gehörte der ehemalige Bundeskanzler Helmut Schmidt zu den prominentesten Kritikern an der Allgemeingültigkeit der Menschenrechte. 2013 hatte er sich öffentlich gegen den „Drang nach Belehrung und nach Mission“ des Westens gewandt. Menschenrechte seien keine universellen Werte, sondern ein Produkt aus der Zeit der westlichen Aufklärung.*

Kritiker dieser Auffassung entgegnen, dass die Menschenrechtserklärung von 1948 von fast allen damals 56 UN-Mitgliedern unterzeichnet worden war. Nur sechs sozialistische Staaten sowie Saudi-Arabien und Südafrika enthielten sich. Und die Schlusserklärung der Wiener Menschenrechtskonferenz von 1993, die sich ganz klar zum Universalismus der Menschenrechte bekannte, wurde von allen 171 Teilnehmerstaaten unterschrieben - auch von so erbitterten Widersachern wie Indonesien und China.*

Maßstab der Außenpolitik

Zum Weiterlesen

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Was sind Menschenrechte?

In den meisten demokratisch regierten Staaten sind Menschenrechte inzwischen ein Maßstab der Außenpolitik. Das ist jedoch keine Garantie dafür, dass Menschenrechte nicht auch in Demokratien verletzt werden.

In den letzten Jahren haben gerade die Veränderungen in der arabischen Welt den Standpunkt des Westens gegenüber nicht-demokratischen Regimen und der Frage der Menschenrechte erneut auf die Tagesordnung gebracht. Der jordanische Wirtschaftswissenschaftler Ibrahim Saif fand in diesem Zusammenhang klare Worte. Viel zu lange seien Geschäftsinteressen wichtiger als Menschenrechte gewesen. Für eine Rückgewinnung der Glaubwürdigkeit des Westens müssten aber grundlegende Prinzipien wie politischer Pluralismus sowie Menschen- und Frauenrechte an die erste Stelle gesetzt werden* - damit die Würde des Menschen keine Ware auf dem Marktplatz der Politik ist.

Menschenrechtsorganisationen in aller Welt nehmen den 10. Dezember zum Anlass, um Verstöße gegen die Menschenrechte anzuprangern. 

Landeszentrale, Dezember 2017

Bildergalerie
Artikel 1 der Menschenrechtserklärung. Foto: Ursularegina (Own work) [<a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/at/deed.en">CC BY-SA 3.0 at</a>], <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File%3AWien-Parlament%2CMenschenrechte.jpg">via Wikimedia Commons</a>
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Eine Initiative der Bundesregierung: Das Logo für Menschenrechte. Quelle: www.humanrightslogo.net