Leichte Sprache

Ausländer raus

"Deutschland den Deutschen!" Die rechtsextreme Szene skandiert die Parole häufig öffentlich. Die NPD hat sie in ihrem Parteiprogramm verankert und vertritt damit offensiv eine Politik, die sich gegen Jeden richtet, der nicht zur so genannten Volksgemeinschaft gehört.

Die rechtsextreme Ordnung ist einfach und übt vielleicht gerade deshalb einen besonderen Reiz auf Manche in einer immer unübersichtlicher werdenden Welt aus. Es gibt das Eigene und das Fremde. Innen und außen sowie oben und unten. Alle diese Bereiche sind strikt voneinander getrennt. Dazu kommt eine strenge Hierarchie: Je nachdem, welcher Stelle ein Mensch in diesem System zugeordnet wird, ist er mehr oder eben weniger wert.

Das heißt, die Anderen sind nicht nur anders, sondern auch weniger wert als die eigene Gruppe. Diese Ordnung bietet den Rahmen für tradierte Vorurteile und Feindschaften, die im Übrigen nicht nur im Rechtsextremismus verbreitet sind, sondern sich quer durch die Gesellschaft beobachten lassen.

Ausländerfeindlichkeit ist eine Form von Feindschaft gegen bestimmte gesellschaftliche Gruppen, in der verschiedene Aspekte rechtsextremen Denkens gebündelt sind.

  1. Die Unterteilung und Abwertung nach rassistischen Stereotypen zielt auf Menschen, die selbst oder deren Vorfahren aus afrikanischen, asiatischen, arabischen, ost- und südeuropäischen Ländern stammen. Nach biologischen oder kulturellen Kriterien werden ihnen negative Eigenschaften zugeschrieben.
     
  2. Die Feindschaft gegen Einwanderer – die genau genommen eine Inländerfeindlichkeit ist – ergänzt den Rassismus mit der Ablehnung der Fremden. Sie werden als Fremdkörper und als Bedrohung der deutschen Volksgemeinschaft verstanden.
     
  3. Dass der "ungezügelte Zuzug von Ausländern" schuld an den sozialen Problemen in der Bundesrepublik sei, ist ein lieb gewonnener Mythos von Rechtsextremisten jeglicher Couleur.  weiterlesen

  4. Darüber hinaus finden sich in der Ausländerfeindlichkeit Muster sozialer Abwertung: Die Lebensbedingungen der Menschen werden ihnen klischeehaft als gruppenbezogene Eigenschaft angelastet. Die NPD etwa stellt in dem Zusammenhang Asylbewerber nicht nur als „volksfremd“, sondern auch als unberechtigte Nutznießer des deutschen Sozialstaats dar.

 



Beitrag nach: Daniel Krüger, Brauner Spuk? – Rechtsextreme in Südbrandenburg und was wir tun können. Eine Informationsbroschüre über Rechtsextremismus in der Region. Hg. Demos – Brandenburgisches Institut für Gemeinwesenberatung/ Mobiles Beratungsteam Cottbus (Dezember 2012)

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