Leichte Sprache

Rasse zählt

Das Konzept der menschlichen Rassen spielt in den Wissenschaften heute kaum noch eine Rolle. Doch seine Nachwirkungen in der Gesellschaft sind erstaunlich hartnäckig - nicht nur in der rechtsextremen Szene.

„Rasse“ – der Begriff gilt (nicht nur) in den Naturwissenschaften bezogen auf den Menschen längstens als überholt und ist spätestens durch den Rassismus samt seiner mörderischen Folgen vollständig diskreditiert. Als „Rassismus“ werden alle Meinungsbilder verstanden, die von der Existenz menschlicher Rassen ausgehen. Die vorliegenden „Argumentationen ‚Rasse‘" möchten dem Leser Mittel an die Hand geben, mit denen man rassistischen Argumenten begegnen kann.

Herkunft, Motive & Folgen

RassenDer Versuch, mithilfe des Begriffs der Rasse Menschen in klar definierte Gruppen zu unterteilen, ist im Hinblick auf die Erkenntnisse der modernen, molekularbiologischen und anthropologischen Forschung gescheitert.

Doch obschon das Konzept der menschlichen Rassen in der Biologie und Anthropologie heute kaum noch eine Rolle spielt, ist sein Einfluss auf die Denkweise vieler Menschen und seine Nachwirkung auf unsere Gesellschaft immer noch groß. Die Vorstellung von menschlichen Rassen hat die wissenschaftliche Widerlegung dieses Ansatzes also überlebt.

Der jahrhundertelange Erfolg der Rassentheorien basierte darauf, neben der reinen Beschreibung der menschlichen Vielfalt zugleich – bewusst oder unbewusst - sozialpsychologische und kulturell geprägte Vorurteile, Reflexe und Wünsche wiederzugeben beziehungsweise sich von ihnen leiten zu lassen, anstatt sie wissenschaftlich und selbstkritisch zu hinterfragen.

Verfolgt man die Entwicklung der Rassentheorien von den Anfängen bis zum heutigen Tag, so beziehen sie sich nur selten auf rein körperliche Merkmale, sondern fast immer auch auf vermeintlich angeborene Unterschiede in Bezug auf Charakter, Wesen und Verstand, was die Grundlage dafür lieferte, Menschen pauschal die Fähigkeit oder das Recht abzusprechen, sich in einem anderen Kulturkreis als dem ihm vermeintlich Angestammten zu etablieren, zu bewegen oder dort zu leben.

Die Rassentheorien führten damit zum Rassismus, jener radikalen Geisteshaltung, die das Rassenkonzept zum Naturgesetz erklärte, zur Legitimation von Rassentrennung, Entrechtung, Unterdrückung und Verfolgung diente und in der Geschichte der Menschheit zu furchtbaren Massenmorden führte.

 

Grundfragen des Rassismus

Teil 1 der „Argumentationen ‚Rasse‘“ beschäftigt sich mit einigen Grundfragen des Rassismus, also etwa, ob es menschliche „Rassen“ gibt oder nicht, wie es diesbezüglich mit der Hautfarbe von Menschen steht, usw.

 

Typische Denkfiguren des Rechtsextremismus

Der Teil 2 der „Argumentation ‚Rasse‘“ widmet sich Denkfiguren, wie sie für den modernen Rechtsextremismus typisch sind. Beispielsweise dem Einwand, man sei schon deshalb kein Rassist, weil man die Auffassung vertrete, dass alle menschlichen Rassen gleichwertig seien. Oder jenen Versuchen, rassistische Denkfiguren hinter anderen, neutraler klingenden Begriffen zu verbergen, so etwa dem von der Ethnie.

Damit sei übrigens nicht gesagt, dass die Argumente, wie sie in Teil 1 vorgestellt werden, gegenwärtig nicht mehr Verwendung finden würden. Im Gegenteil: Sie stellen gewissermaßen die Grundüberzeugung des Rassismus auch im Gebrauch des modernen Rechtsextremismus dar, wie im Folgenden zu zeigen sein wird. Die versammelten Argumente stellen gewissermaßen deren modernisierte „Variationen“ dar. 

 

Benjamin Weissinger und Jan Buschbom
2008

Eigene Bewertung: Keine Durchschnitt: 2 (5 Bewertungen)