Leichte Sprache

Kein Rassist?

"Ich werte andere Rassen nicht ab, also bin ich kein Rassist."

Rassismus heißt eben nicht, ein Zerrbild vom Untermenschen zu zeichnen.
Rassismus bedeutet:
Eine Vermischung nach innen zu verhindern und nach außen das Überleben der eigenen Rasse, im ewigen Ringen von Natur und Geschichte, zu sichern. Erst wenn alle Rassen und Völker dies gleichermaßen erkennen, ist gegenseitiger Respekt möglich. [1

Überraschend an diesem Eingangszitat aus der Feder des Neonazis Michael Kühnen ist allein die positive Aneignung des Begriffs „Rassismus“, den er – wie hier vorgeschlagen – in seiner eigentlichen Wortbedeutung als den Glauben an die Existenz menschlicher Rassen verwendet. Schon hier wird deutlich, dass wer „Rasse“ sagt, zwingend den Ausschluss fremdrassiger Elemente aus dem rassisch reinen Volkskörper meint.

  • Wenn jemand, der von Rasse spricht, meint, er könne schon deshalb kein Rassist sein, weil er andere Rassen, Völker oder Ethnien und ihre Mitglieder nicht abwerte, dann zielt er doch stets auf den Ausschluss vermeintlich „volkfremder“ Personen aus der rassisch reinen Gemeinschaft. Denn aus dem Begriff „Rasse“ folgt notwendig die Vorstellung, sie, die eigene Rasse, sei rein zu (er)halten.
     
  • Bereits der Vorstellung, eine Person könne aufgrund ihrer Herkunft oder gar aufgrund der Herkunft ihrer Eltern nicht vollwertiges Mitglied einer Gesellschaft sein, liegt eine herabwürdigende Meinung zugrunde.

Wie zynisch diese Art des Denkens ist, illustriert vielleicht ein aktuelleres Beispiel. In einer Argumentationsbroschüre der NPD „für Kandidaten und Funktionsträger“ heißt es über abzuschiebende „Mischlingskinder“

Bei den hauptsächlich abzuschiebenden Einwanderergruppen kommt es also (noch) vergleichsweise selten zu Mischlingen. Die Mischlinge, die deutsch-nichteuropäischen Beziehungen entstammen, werden das sich renationalisierende Deutschland über kurz oder lang freiwillig verlassen, weil ihnen der nationale Klimawandel nicht paßt.

Sie werden sich ‚Heimatländer‘ suchen, in denen es keine einheitliche Volkssubstanz gibt, in denen die Durchrassung unumkehrbar ist und die damit verbundene ethno-kulturelle Entwurzelung und Bindungslosigkeit allgegenwärtig ist.

Zielland solcher Mischlinge werden naheliegenderweise die USA sein, wo es nie eine Volksgemeinschaft und Kulturnation, sondern nur eine durchrasste Staats- und Einzelwillennation von haltlosen Sozialatomen gab, wo der ethno-kulturell kastrierte Einheitsmensch ohne Identität und Heimat wie Unkraut gedeiht.“[2]

Hervorzuheben an diesen Zeilen ist die kaum verholene Drohung, die hinter der hämischen Formulierung steckt, sie, die „Mischlinge“, würden freiwillig das Land verlassen, weil ihnen der „nationale Klimawandel“ nicht passe. Darüber hinaus fällt auf, dass der ethnokulturelle Jargon, den die NPD hier bemüht, wie mühelos in den nationalsozialistischen Sprachgebrauch wechselt, wo sie auf ihr Feindbild Nr. 1 zu sprechen kommt: Die USA nämlich seien niemals „Volksgemeinschaft“ und „Kulturnation“ gewesen, sondern nur eine „durchrasste Staats- und Einzelwillennation von haltlosen Sozialatomen“.

Tatsächlich spielen Feindbilder in solchen Ideologien eine zentrale Rolle: 

  • Denn wer von menschlichen Gemeinschaften in Form von vermeintlich biologischen oder naturhaften Zusammenhängen denkt, sieht die einzelnen Rassen, Völker und Ethnien notwendig in einem Konkurrenz- oder einem Kampf ums „Überleben“, wie Kühnen es schrieb, zueinander stehen.
     
  • Einen fried- oder respektvollen Umgang miteinander kann es also gar nicht geben, wo menschliche Gesellschaften innerhalb rassischer, völkischer oder ethnischer Grenzen gedacht werden. Denn dann steht das Überleben der je eigenen Volksgemeinschaft im Mittelpunkt jeglichen Handelns. (Vgl. hierzu das folgende Argument).

     

Benjamin Weissinger und Jan Buschbom
2008

 



1) Michael Kühnen: Die zweite Revolution. Band 1: Glaube und Kampf. O. A.


2) NPD-Parteivorstand (Hrsg.): Argumente für Kandidaten und Funktionsträger. Eine Handreichung für die öffentliche Auseinandersetzung. Berlin2 2006. S. 19

 

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