Leichte Sprache

Treue und Ehre

Treue und Ehre sind zentrale Begriffe in der rechten Szene. In verschiedenen Kombinationen tauchen beide in unterschiedlichen Sprüchen auf. Staatliche Verbote werden dabei durch den Rückgriff auf ältere historische Vorbilder umgangen.

"Die Treue ist das Mark der Ehre", so lautet einer der markigen Sprüche in der rechten Szene. Bereits an der Wortwahl ist zu erkennen, dass der nicht originär nationalsozialistische Spruch älteren Datums ist. Er drückt aus, dass die – im Gegensatz zur Würde veränderliche – Ehre als Wert des Einzelnen in besonderer Weise auf der festen Einheit mit einer übergeordneten Idee beruht. Populär wurde der Slogan als Devise des Generalfeldmarschalls und Reichspräsidenten Paul von Hindenburg. Auch die Nationalsozialisten verwendeten ihn. Daneben machten sie die verkürzte Variante „Meine Ehre heißt Treue“ zum Leitspruch der SS.

Diese Version heute zu verwenden, ist strafbar. Im Wissen um das Verbot weichen Rechtsextreme auf den älteren, historisch weiter interpretierbaren Spruch aus, um einen Grundwert völkischen Denkens zu vermitteln. „Die Treue ist das Mark der Ehre“ war so zum Beispiel Motto eines rechtsextremen Aufmarschs auf dem Waldfriedhof Halbe. Die Deutungsoffenheit und seine gleichzeitig spezifische Aussage bedingen aber auch, dass der Slogan in Zusammenhängen auftaucht, die nicht zwangsläufig rechtsextrem sind, etwa in der Fußballfankultur.



Auszüge aus: Daniel Krüger, Brauner Spuk? – Rechtsextreme in Südbrandenburg und was wir tun können. Eine Informationsbroschüre über Rechtsextremismus in der Region. Hg. Demos – Brandenburgisches Institut für Gemeinwesenberatung/ Mobiles Beratungsteam Cottbus (Dezember 2012)

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