Leichte Sprache

Was wäre, wenn

in Deutschland die amerikanische Demokratie eingeführt worden wäre?

Wo sonst könnten wir größere Gründe der Hoffnung oder lehrreichere Beispiele finden? Lasst uns auf Amerika blicken, nicht um in subalterner Weise die Institutionen, die es errichtet hat, nachzuahmen, sondern um ein klareres Bild des für uns besten Staatswesens zu gewinnen; lasst uns dorthin blicken, weniger um Beispiele als um Belehrung zu finden; lasst uns die Prinzipien eher als die Details seiner Gesetze übernehmen. (...) Sie sollten allen gemeinsam sein; und man kann von vornherein sagen, dass dort, wo sie fehlen, die Republik bald aufgehört haben wird zu bestehen.“ (Toqueville 1985 *)

Was wäre, wenn in Deutschland-Ost politischer Neuanfang (Verwaltungspersonal, Lehrer, Entnazifizierung), ökonomische Strukturreform (Enteignung, Bodenreform), bürgerliches Recht (landeseigene Betriebe, AöR, GmbH) und Selbstverwaltung (Kommunalverwaltung, Länder) in eins gegangen wären?


Was wäre aus Deutschland geworden, und wie wäre Geschichte verlaufen?

Die nachträgliche Bilanz ergibt ein paradoxes Bild. Da, wo scheinbar die besten Voraussetzungen für den Aufbau einer neuen Gesellschaft und einer vom Einfluss des Kapitals freien Volksherrschaft geschaffen worden waren, entstand eine unblutige, aber autokratische Erziehungsdiktatur, deren strenge Schule nicht mündige Bürger, sondern erneut gehorsame Opportunisten produzierte.  Dort dagegen, wo alle gesellschaftlichen Voraussetzungen fehlten, entwickelte sich, wenn auch erst in zähen innenpolitischen Auseinandersetzungen, im Laufe der Jahrzehnte aus einem parlamentarischen System mit autoritärer Führung am Ende doch noch eine lebendige und stabile Demokratie.“ (Schoenberner 2003 *)

 

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