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Gleichstellung in Brandenburg

Brandenburg will mehr bewegen in Sachen Gleichstellung: Es geht um eine Gesellschaft, die es möglich macht, Familie neu zu denken und die aus veralteten Rollenbildern heraustritt. Die Gleichberechtigung von Männern und Frauen hat in Deutschland Verfassungsrang.

Karikatur von HOGLI

Brandenburg will mehr bewegen in Sachen Gleichstellung von Frauen und Männern. 2011 hatte es als zweites Bundesland nach Berlin ein Rahmenprogramm für die Gleichstellung von Frauen und Männern verabschiedet. Im Juli 2015 ging die Debatte in eine neue Runde. Das bisherige Programm soll weiterentwickelt und ein gemeinsames Leitbild für die Landesverwaltung erarbeitet werden.

Im Mittelpunkt stehen drei Themen:

  • Gewalt gegen Frauen,
  • Arbeit, die ein gutes Einkommen sichert und 
  • Frauen in Führungspositionen.

Es geht um „eine Gesellschaft, die es möglich macht, Familie neu zu denken und die aus veralteten Rollenbildern heraustritt,“ so Frauenministerin Diana Golze. Im Frauenpolitischen Forum hat die Landesregierung Frauen und Männer aus unterschiedlichen Bereichen der Gesellschaft und politischen Interessenvertretungen zusammen gebracht. Der Arbeitskreis soll bis 2019 Vorschläge für ein übergeordnetes Leitbild „Gleiche Chancen für Frauen und Männer“ entwickeln.

Die Gleichberechtigung von Männern und Frauen ist ein wichtiger demokratischer Grundsatz. In Deutschland hat sie Verfassungsrang. In Artikel 3 des Grundgesetzes heißt es: „Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin.“

Je gleichberechtigter Frauen sind, umso positivere Effekte hat dies auf die wirtschaftliche und humanistische Entwicklung in den jeweiligen Gesellschaften. Allein die deutsche Wirtschaftsleistung könnte um 4 Prozent gesteigert werden, wäre das Verhältnis von Frauen und Männern im Erwerbsleben ausgeglichen.* Von allein stellt sich die Gleichberechtigung der Geschlechter jedoch nicht ein. Dazu braucht es auch eine Politik, die auf die Gleichstellung von Männern und Frauen abzielt.

Henrike von Platen. Foto:Businessfotografie Inga HaarExpertengespräch

Über politische Vorgaben und warum Quotenfrauen mutig sind, spricht Henrike von Platen, Präsidentin des deutschen Frauennetzwerks Business and Professional Women (BPW), Germany.

Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin.“ GG Art. 3


Zahlen und Fakten aus Brandenburg

  • Berufswahlverhalten: In Brandenburg stehen etwa 330 Ausbildungsberufe zur Verfügung. Allerdings konzentrieren 51 % der jungen Frauen ihre Berufswünsche auf zehn Berufe (Männer: 36 %).
     
  • Erwerbsbeteiligung: Mit einer Erwerbsbeteiligungsquote der Frauen von 72,8 % belegt Brandenburg im Bundesvergleich einen Spitzenplatz. Aber: 78,5 % aller Teilzeitbeschäftigten sind Frauen. Fast 40 % von ihnen würden gern länger arbeiten.
     
  • Arbeitslosigkeit: Die Arbeitslosigkeit von Frauen in Brandenburg ging von 2005 bis 2014 zurück. 2014 lag die Quote bei 8,9 %. Zwar ist diese Quote bei Männern mit 9,8 % noch höher, dafür sind Frauen von Langzeitarbeitslosigkeit besonders betroffen. Ihr Anteil an allen Langzeitarbeitslosen beträgt 47 %. Bei den Langzeitarbeitslosen, die bereits fünf Jahre und länger ohne Beschäftigung sind, ist der Frauenanteil mit 53 % besonders hoch. Der Frauenanteil steigt mit der Dauer der Arbeitslosigkeit.
     
  • Entgeltgleichheit: Brandenburgerinnen verdienen bei gleicher Arbeit im Schnitt 8 % weniger als ihre männlichen Kollegen. (bundesweit 22%)
     
  • Altersversorgung: Frauen haben häufiger Erwerbsunterbrechungen und finden sich in schlecht bezahlten Jobs überdurchschnittlich oft wieder. Sie müssen mit geminderten Altersbezügen leben. Die durchschnittliche Altersrente einer Brandenburgerin lag 2013 bei 760 € (Männer: 1.096 €).

Landeszentrale, Juli 2015 (Zahlen für Brandenburg: MASGF. Zahlen Grafik Spitzenplatz: Bürgel, Juli 2016)

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