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Tagung mit Vereinen politischer Bildung
16. Februar 2017, 10.00 Uhr

Soziale Ungleichheit – was bedeutet sie für die Demokratie und die politische Bildung?

Komfortabler Polstersessel in einer einfachen Stuhlreihe

Soziale Ungleichheit gilt als eine der wichtigsten Ursachen für die Aushöhlung demokratischer Systeme. Denn Demokratie lebt von Teilhabe. Insbesondere Menschen mit einem niedrigen Bildungshintergrund und sozial Schwächere wollen aber aus unterschiedlichen Gründen nicht mehr mitwirken. Die Gefahr einer „Demokratie für Wenige“ wächst. Dieser Befund stellt die Anbieter politischer Bildung vor neue Herausforderungen. Wie gelingt es, die Menschen anzusprechen, die sich gerade von dieser Ansprache abwenden? Welche Angebote gibt es bereits und wo liegen die Chancen, neue Wege zu gehen?

Die Tagung bietet freien Trägern und Vereinen der politischen Bildung die Gelegenheit, sich über ihre Erfahrungen auszutauschen und über jüngste Forschungsergebnisse zum Thema zu informieren. Das Impulsreferat hält Sebastian Bödeker, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Abteilung Global Governance am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung.

Gäste


Der erste Teil der Tagung von 10-12.30 Uhr ist öffentlich. Der Nachmittag steht für die Beratung freier Träger zur Verfügung. 

Bildergalerie
Rund 40 Teilnehmende von Vereinen der politischen Bildung aus allen Teilen Brandenburgs trafen sich am 16. Februar zum Gedankenaustausch über das Thema "Soziale Ungleichheit" in der Landeszentrale.
Diese verflixten Namensschilder...
Herzlich Willkommen. Martina Weyrauch, Leiterin der Brandenburgischen Landeszentrale für politische Bildung dankt für die produktive Zusammenarbeit im letzten Jahr.
Michael Jahn, Geschäftsführer der Landesarbeitsgemeinschaft für politisch-kulturelle Bildung in Brandenburg und enger Partner der Landeszentrale, betont den Netzwerkgedanken: "Gemeinsam sind wir einfach stärker".
Sebastian Bödeker vom Wissenschaftszentrum Berlin gab in seinem Einführungsvortrag wichtige Impulse, wie Beteiligung gelingen kann. "Das soziale Umfeld bestimmt wesentlich den Grad des Engagements."
v.l.: Frank Hofmann (Referent der Jugendbildungsstätte "Kurt Löwenstein", Sabine Tischendorf (ehrenamtlich aktiv in der Arbeit mit geflüchteten Frauen) und Ulrich Schnauder (Referent der DGB-Bildungsstätte Flecken-Zechlin). Sie stellten die Forschungsergebnisse von Sebastian Bödeker auf den Prüfstand der politschen Bildungspraxis.
Gedanken und Fragen ordnen für die Diskussion... Eine Frage lautete: "Denken wir zu elitär?"
Leiterin der Landeszentrale Martina Weyrauch im Gespräch mit Frank Hofmann.
Ein wichtiger Teil der Trägertagung: einander zuhören, miteinander diskutieren. v.l.: Michael Jahn, Ulrich Schnauder und Sebastian Bödeker
Raum für Gedanken und Zeit für eine Tasse Kaffee oder Tee...
"Politische Bildung kann man nicht mit zugehaltener Nase machen!" (Ulrich Schnauder)
v.l. Daniel Wunderer, pädagogischer Leiter der Villa Fohrde Havelsee) im Gespräch mit Michael Jahn. Wunderer entwickelt Methoden und Konzepte für inklusive Zielgruppen in der politischen Bildung.
Hätte für viele noch länger gehen können...
Eine Frage zur Förderung hab' ich noch... Martina Weyrauch im Gespräch mit Hildegard Kaethner, die sich mit ihrem Verein für den Erhalt des baukulturellen Erbes in Brandenburg einsetzt und engagierte Mitstreiter gewinnen will.
Danach! v.l: Katrin Marx, Martina Weyrauch und Jana Wuestenhagen
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Kommentare

Aktive und gut vernetzte Personen gesucht!

„Partizipation hängt wesentlich an der eigenen Wirksamkeitsüberzeugung und dem Selbstzutrauen. Der Glaube daran, mit den eigenen Argumenten und dem eigenen Handeln etwas ändern zu können, führt zu Beteiligung. […]

Bei Menschen, die politisch Aktive im Freundeskreis oder im Beruf um sich haben, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit zu eigener Beteiligung enorm. Dies ist auch ein zentraler Lösungsansatz, um politische Partizipation zu erhöhen. In prekären Verhältnissen befinden sich wesentlich weniger aktive Akteure. Es ist daher entscheidend, einzelne aktive und gut vernetzte Personen in bestimmten Milieus ausfindig zu machen.“

Aus dem Einführungsvortrag von Sebastian Bödeker in der Landeszentrale

Das Protokoll der Tagung kann man hier nachlesen.

Eigene Bewertung: Keine

Arm und reich - selbstproduzierte Wahrheiten?

Der Armutsbericht 2016 des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes sollte eigentlich erst in diesem Jahr veröffentlicht werden, pünktlich zum Wahlkampf für die Bundestagswahl.

"... bei Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) liegt die Federführung. Dann aber taucht der mehr als 600 Seiten lange Entwurf am 13. Dezember im Internet auf und kurze Zeit später eine Passage, die es nicht in den Entwurf geschafft hat, obwohl sie auf einer Studie beruhte, die Nahles extra für den Bericht bei drei Forschern der Universität Osnabrück bestellt hatte. Letztere hatten politische Einstellungen in Deutschland zu Fragen wie Mindestlohn, Vermögensteuer oder Rente mit 67 jeweils nach Einkommens-, Berufs- und Bildungsgruppen, Geschlecht, Alter und Region verglichen, um sie dann mit den Entscheidungen zu vergleichen, die der Deutsche Bundestag in ebendiesen Fragen zuletzt getroffen hat.

Das aus dem Bericht getilgte Resultat: „Die Wahrscheinlichkeit für eine Politikveränderung ist wesentlich höher, wenn diese Politikveränderung von einer großen Anzahl von Menschen mit höherem Einkommen unterstützt wird.“

Und: „Personen mit geringerem Einkommen verzichten auf politische Partizipation, weil sie Erfahrungen machen, dass sich die Politik in ihren Entscheidungen weniger an ihnen orientiert.“

Ulrich Schneider, der in diesem Jahr zum Ärger aller anderen Parteien der Linken beigetreten ist, hat die gelöschten Passagen im Internet nachgeliefert. „In Deutschland beteiligen sich Bürgerinnen mit unterschiedlichem Einkommen nicht nur in sehr unterschiedlichem Maß an der Politik“, heißt es dort weiter, „sondern es besteht auch eine klare Schieflage in den politischen Entscheidungen zulasten der Armen.“ Die Studie liefere einen empirischen Beleg für eine „Krise der Repräsentation“. [...]

Aus dem Kommentar von Sebastian Puschner, der Freitag, 28.12.2016, Das Boot hat Schlagseite

 

Eigene Bewertung: Keine

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