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Religion und Gesellschaft

Brauchen moderne Gesellschaften Religionen? Wie steht es mit der Trennung von Staat und Religion? Und was bedeutet Religion für Nichtgläubige?
gemeinfrei auf Wikipedia veröffentlicht

In Europa ist die offizielle Maxime eine Trennung von Staat und Religion. Tatsächlich aber ist diese Trennung in vielen europäischen Ländern so strikt nicht und umstritten: Gegen Protest hat der Europäische Gerichtshof Kruzifixe in Schulen abgesegnet, Kopftücher werden mal begrüßt, mal verbannt; in Großbritannien toleriert man eine Art Scharia-Justiz, während anderorts der Verfassungsschutz dagegen vorgeht; ein behauptetes Erstarken des Islam wird von einigen als Integrationserleichterung verstanden, von anderen als Gefahr für eine christlich-jüdische Tradition des Staates gewertet.

 Ich habe Angst um die Menschheit, wenn ich daran denke, dass Gott gerecht ist." (Thomas Jefferson*)

Ist die Religion tatsächlich auf dem Vormarsch? Brauchen moderne Gesellschaften Religionen? In Brandenburg hat Religion wenig Bedeutung. Ungefähr 18,5 Prozent der Bevölkerung sind Mitglied in der evangelischen oder der katholischen Kirche. Knapp 80 Prozent der Brandenburger gehören keiner Religion an. Das ist der letzte Platz in Deutschland – mit großem Abstand.

80 Prozent aller Brandenburger gehören keiner Religion an

In den alten Bundesländern gehören viel mehr Menschen einer Religion an als in den neuen Bundesländern. In der DDR wollte die Regierung keine Religion und Kirchen im öffentlichen Leben. Sie übte Druck auf Mitglieder der Kirche aus und überwachte sie. So wurde die Religion nach und nach zurück gedrängt.

Im Alltag der meisten Menschen in Brandenburg spielt Religion keine oder nur eine geringe Rolle. Nur wenige Gläubige leben ihren Glauben aktiv aus. Das heißt, sie gehen nicht regelmäßig in die Kirche, sie folgen auch nicht allen religiösen Vorschriften. Es gibt aber ein vielfältiges religiöses Leben in Brandenburg. Christen, Juden, Muslime und Buddhisten leben  friedlich  nebeneinander. In Cottbus wurde 2015 die erste Synagoge im Land Brandenburg seit 1945 geöffnet. In der Landeshauptstadt Potsdam sollen eine Moschee und eine Synagoge gebaut werden.

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