Leichte Sprache

Bücherdämmerung?

Immer weniger Deutsche wollen ein Buch aus Papier lesen. E-Books sind im Vormarsch. Unsere Publikationsreferentin Katrin Marx mag beides und findet: Bücher verbinden! Wie oft gerät man in ein Gespräch, eine Diskussion über ein Buch? Oft!!
Foto: Frankfurter Buchmesse/Marc Jacquemin

In Frankfurt findet in dieser Woche wieder die Buchmesse statt. Sie ist die größte Fachmesse für Verleger, Buchhändler, Autoren, Illustratoren, Filmproduzenten sowie Software- und Multimedia-Anbieter. Neben der Vorstellung des Angebots geht es dort vor allem um den Abschluss von Geschäften. Und das im Akkord. Wo die Buchmesse in Leipzig den Charme einer quirligen, aber dennoch gemütlichen Lesemesse hat, werden in Frankfurt Geschäfte im Minutentakt geschlossen. Der Handel mit Buchlizenzen und -rechten findet dabei in einem eigenen Agentencenter statt.

Auch die Landeszentrale wird dieses Jahr vor Ort sein und das Angebot nach geeigneten Publikationen durchstöbern. Aber lohnt das eigentlich noch? Im digitalen Zeitalter sind Fachbücher beinahe schon dann überholt, wenn sie durch die Druckerpressen laufen. Durch das komplexere Weltgeschehen wird es schwieriger auf dem Papier aktuell zu bleiben. Artikel und Studien lassen sich heute problemlos auf Tablets oder Smartphones nachlesen, ohne dass es nötig ist ein ganzes Buch zu lesen.

Nichts desto trotz werden allein in Deutschland jedes Jahr rund 80.000 Bücher pro Jahr herausgebracht. Das Bücherregal wird dabei immer weniger gefüllt, da E-Books ihren Zwillingen aus Papier zunehmend den  Rang ablaufen. Der Untergang des Lexikons ist dafür ein prägnantes Beispiel. Jaaa, auch ich finde es schön in einem Buch zu blättern, das Papier zu riechen und zu fühlen. Aber seine ganze Bibliothek immer mit sich herum tragen zu können, ist ein unschlagbarer Vorteil der E-Reader.

Katrin Marx

Katrin Marx ist Publikationsreferentin der Landeszentrale

Im internationalen Vergleich trägt das elektronische Buch nur wenig zum Gesamtumsatz des deutschen Buchhandels bei. Es sind nach Informationen des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels nur 4,5 %. Das liegt vor allem an den hohen Kosten für ein deutsches E-Book. Es liegt meist nur wenige Euro unter dem Preis für die Papierausgabe. Grund dafür ist die Buchpreisbindung, die auch für das elektronische Produkt gilt. In den USA wird es anders gehandhabt und der Umsatz ist entsprechend höher. E-Books sind so schon für wenige Euros zu haben, was gerade in der Belletristik enorme Vorteile hat.

Der Umsatz des Buchhandels ist in den letzten Jahren stabil geblieben, beziehungsweise nur sehr leicht gesunken. Bücher gehören nach wie vor zu den beliebtesten Geschenken. Gibt es also eine Bücherdämmerung? Jein. Es gibt unbestreitbar Veränderungen. Manche sind schmerzhaft. In Brandenburg sind nur noch fünf mobile Bibliotheken, die sogenannten Bücherbusse unterwegs. Vor 16 Jahren waren es noch 12. Alle drei Wochen steuern sie einen, der insgesamt 145 Orte auf der Route an und werden dort meist schon sehnsüchtig erwartet. Mit ihren über 6.000 Büchern, Videos und Spielen sind sie nicht nur Ausleihstation, sondern auch sozialer Treffpunkt. Leider werden auch bundesweit die mobilen Bibliotheken zunehmend ausgedünnt. Nach Angaben des Deutschen Bibliothekverbandes gibt es noch ca. 90. Die Hälfte allein in Schleswig-Holstein, Nordrhein-Westfahlen und Baden Württemberg.

Lesen gefährdet nicht nur die Dummheit, Bücher verbinden! Wie oft gerät man in ein Gespräch, eine Diskussion über ein Buch? Oft!! Lesen ist Kultur. Auch deswegen bemüht sich die Landeszentrale immer wieder spannende Autoren und ihre Geschichten zu Veranstaltungen einzuladen. Wir werden sehen welche Fundstücke dieses Jahr von der Messe bei uns im Angebot auftauchen.
 

Zum Zeitpunkt des Beitrags befand sich die Autorin in Elternzeit und beobachtete die Entwicklung mit einem kritischen Blick „von außen“.

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