
Im Sommer 1936 begannen Häftlinge aus dem Emslandlager mit dem Bau des neuen Konzentrationslagers Sachsenhausen. Das in unmittelbarer Nähe zur Reichshauptstadt Berlin gelegene KZ nahm als Modell- und Schulungslager der SS eine Sonderstellung im System der nationalsozialistischen Konzentrationslager ein.
Zwischen 1936 und 1945 waren mehr als 200.000 Menschen im KZ Sachsenhausen inhaftiert: zunächst politische Gegner des NS-Regimes, dann in immer größerer Zahl Angehörige der von den Nationalsozialisten rassisch, biologisch oder sozial als minderwertig erklärten Gruppen. Nach dem Novemberpogrom 1938 wurden rund 6.000 Juden aus Berlin und anderen Teilen des Deutschen Reiches in das KZ Sachsenhausen eingeliefert.
Mit dem Beginn des 2. Weltkrieges am 1. September 1939 wurden zunehmend Bürger der besetzten Staaten Europas in das KZ Sachsenhausen deportiert. Die größte Massenmordaktion in diesem KZ fand zwischen September und November 1941 statt, als die SS mehr als 10.000 sowjetische Kriegsgefangene ermordete. Insgesamt kamen Zehntausende der Häftlinge des KZ Sachsenhausen durch Hunger, Krankheiten, Zwangsarbeit und Misshandlungen um oder wurden Opfer von systematischen Vernichtungsaktionen der SS.
Agnes Ohm
Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen
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