So urteilt die Presse über die neue Ausstellung in der Landeszentrale
Schwarzer Humor in Farbe
Und überraschend gibt es Farbe in den Bildern, obwohl der Ton und der Humor durchgehend schwarz sind. Es geht um Integration und Flucht, das sind Gebiete, auf denen man sich schnell verschluckt, wenn man darüber Witze macht. [...] Die Landeszentrale für politische Bildung gibt sich freilich nicht zufrieden mit dem Kübel Spott, der häufig in den Bildern steckt. Sie sucht das konstruktive, konkrete Gegengewicht, indem sie 14 Brandenburger mit Bild und detailliertem Text vorstellt - allesamt "ehrenamtliche Akteure", die Flüchtlingen zu Hilfe kommen. [...] Die Zweiteilung der Ausstellung geht auf, sie reißt Wunden und sorgt im nächsten Atemzug für Linderung.
(Auszug aus dem Kommentar zur Ausstellung in der MAZ vom 20.05.2015)
Lachen über Flüchtlingsfeinde
[...] Beim Betrachten kichern Besucher der Ausstellung. Ein Rentner fragt sich laut, ob dies eigentlich angebracht sei, ob man bei einem solchen Thema wirklich lachen könne. »Doch, natürlich«, versichert ihm Hans-Joachim Neyer, ehemaliger Direktor des Wilhelm-Buch-Museums Hannover, das die mit mehr als 35 000 Blättern größte Karikaturensammlung der Welt beherbergt. Der Experte amüsiert sich sehr, als er die Potsdamer Ausstellung am Dienstagabend anschaut - unmittelbar bevor er zur Eröffnung redet. Zum Beweis, wie die Karikaturen die Lachmusekeln anregen, führt Neyer den skeptischen Rentner vor eine Arbeit von NEL. Dieser zeichnete eine Anwohnerversammlung und dazu die Sprechblase: »Wir sind gegen das Asylantenheim hier bei uns. Wir sind ein Nichtraucherviertel.« [...]
(Auszug aus dem Kommentar zur Ausstellung im Neuen Deutschland vom 21.05.15)
„Ich Deutsch – du Deutscher“
[...] Wegsehen geht hier nicht, im Gegenteil: Es entsteht beinahe ein Sog, der den Betrachter von Bild zu Bild, von Szene zu Szene treibt und dem einen oder anderen auch die eigene Hilflosigkeit vor Augen führt. Trotzdem hinterlässt die Ausstellung nicht unbedingt ein flaues Gefühl im Magen.
Denn genau dann, wenn man die Bilder nicht mehr ertragen kann, wenn das überzogene Grauen zu viel für die Augen und den Verstand wird, dann hakt sich der zweite Teil der Ausstellung ein. Gleichzeitig mit den Karikaturen sind nämlich Porträts und Lebensläufe von ehrenamtlichen Helfern ausgestellt, die mit großen und kleinen Projekten Flüchtlingen dabei helfen, sich in Brandenburg mehr zu Hause zu fühlen. Extra auf gelb gestrichenen Wandflächen angebracht, leuchten sie dem Besucher wie kleine Sonneninseln entgegen. Beispiele von Menschen, die sich engagieren, Kraft und Freude an andere abgeben – kurzum: Fremde willkommen heißen. [...]
(Auszug aus dem Kommentar zur Ausstellung in den PNN vom 21.05.15)
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