Die alten Phönizer haben das Geld erfunden. Aber! Warum eigentlich so wenig?

Diese bohrende Frage bedrängt jeden Zeitgenossen, auf dessen Konto das Komma so weit links steht. Zuviel kann man wohl haben, doch hat man nie genug. Dabei wissen wir: Geld allein macht nicht glücklich, aber es weint sich, wie die Oscar-gekrönte Hollywood-Schauspielerin Julia Roberts sagt, einfach besser in einer Stretchlimousine als in einem klapprigen Bus.

Wie jedermann liebt auch der Karikaturist Reiner Schwalme das erregende Knistern, das beim Zählen frisch gepresster Tausendmarkscheine entsteht. Seine Blätter wimmeln nur so von Gestalten, die sich über das Geld definieren. Die Geldsäcke mit der dicken Zigarre, die im Hilton abzusteigen pflegen, fehlen in seiner Raupensammlung ebensowenig wie die sogenannten Wohnungslosen, die unter Brücken absteigen.

Kleines Beispiel: Zwei extrem unrasierte Penner trinken unter dem Brückenbogen eben ihr Abendbrot. Ein Dritter, der verglichen mit ihnen stark overdressed wirkt, trägt sogar Krawatte und strahlt eine fadenscheinige Mittelstandts-aura ab, was bei den beiden Unterpriviligierten jedoch herzlich wenig beeindruckt: "Wir wollen ja niemanden ausgrenzen, Kumpel, aber an deinem Outfit mußt du noch arbeiten!"



Schwalme kommt mit dem Strich auf den Punkt, und speziell fürs Monetäre ist er nach eigenem Eingeständnis höchst kompetent: "Mein Haus ist noch nicht abgezahlt, auch mein Auto fährt noch für die Bank, und die Honorare, die mir zufließen, decken mit Mühe und Not die Zinsen meines Dispokredits, den meine Bank mir großzügig gewährt."

Er weiß schon, wovon er zeichnet. Ihn irritiert nicht das Triumphgeschrei des Bundesverbands Deutscher Banken, wonach jeder deutsche Haushalt - statistisch - über Ersparnisse von 180.000 Mark verfügt und die Sparer bei den Kreditinstituten insgesamt sieben Billionen Mark auf der hohen Kante haben.

So viel Reiche - armes Deutschland!

Schwalme weiß sehr wohl, dass Deutschland einerseits ein Land mit hoher Millionärsdichte ist, dass jedoch andererseits Millionen erwerbslos sind und mangels Liquidität nicht mal ihr Geld für sich arbeiten lassen können, etwa an der Börse.

Mit anderen Worten: Schwalme ist ein politischer Zeichner. Er selbst nennt sich einen harmoniesüchtigen Menschen, das nehmen wir besser nicht ernst. Denn soziale Disharmonien appellieren an den Kohlhaas in ihm und stacheln ihn an zu gehässigen Kommentaren in Bild und Wort. Reiner Schwalme, so viel ist abzusehen, wird die Themen für seine Blätter auch weiterhin aus dem Leben greifen. Was dabei heraus kommt, ist klar - Karikaturen, Schmähungen, Verunglimpfungen, Satire.

Eigentlich schlimm!
In Wirklichkeit allerdings ist alles noch viel, viel schlimmer.

Ernst Röhl
Geld macht nicht glücklich, aber es gestattet uns, auf verhältnismäßig angenehme Weise unglücklich zu sein.

Amerikanisches Sprichwort



Über die Armut braucht man sich nicht zu schämen. Es gibt weit mehr Leut', die sich über ihren Reichtum schämen sollten.

Johann Nepomuk Nestroy



Ein Mensch ohne Geld ist wie ein Wolf ohne Zähne.

Französisches Sprichwort



Von jetzt an werde ich nur noch soviel ausgeben, wie ich einnehme - selbst wenn ich mir dafür Geld borgen muss.

Mark Twain

Geld ist an sich weder böse noch gut. Es liegt immer an dem, der es brauchen tut.

Sprichwort



Der Besitz macht uns nicht halb so glücklich, wie uns der Verlust unglücklich macht.

Jean Paul



Du bist arm, ohne frei zu sein. Dies ist der elendste Zustand, in den ein Mensch geraten kann.

Russeau



Heute kennt man von allem den Preis, von nichts den Wert.

Oscar Wilde



Du trägst sehr leicht, wenn du nichts hast, aber Reichtum ist eine leichtere Last.

Johann Wolfgang von Goethe

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