Die neuen Bundesländer schlossen 1990 sogenannte „Verwaltungshilfeverträge“ mit den „alten“ Bundesländern. Brandenburgs Partnerbundesland war Nordrhein-Westfalen. Es sollte beim Aufbau der Verwaltung nach westdeutschem Muster helfen, zum Beispiel in dem es Personal ausbildete oder zeitweise nach Brandenburg schickte.
Schon seit dem Einigungsvertrag vom 31. August 1990, also vor der Wiedervereinigung, begann die Zusammenarbeit, damit die erste Landesregierung Brandenburgs auf diesen Vorarbeiten aufbauen konnte. Von den Landtagsabgeordneten der ersten Wahlperiode waren nur 2 Prozent westdeutsch sozialisiert. Partnerschaften zwischen Städten in Brandenburg und Nordrhein-Westfalen halfen dabei, die Verwaltung auch auf der kommunalen Ebene neu zu strukturieren. Zwischen 1990 und 1995 wirkten etwa 35.000 westdeutsche Beamte als Verwaltungshelfer in Ostdeutschland. Viele blieben und wurden Brandenburger und Brandenburgerinnen.
Menschen aus den westdeutschen Bundesländern zogen aus unterschiedlichsten Gründen nach Brandenburg: Sie hatten hier ihre Wurzeln oder Familie, waren selbst zu DDR-Zeiten ausgewandert, fanden eine Arbeit oder hatten gerade ihre Ausbildung abgeschlossen und wollten sich in Brandenburg etwas aufbauen. Nicht nur die Regierung und die Verwaltung, auch die Wirtschaft und die Medien musste im neuen System arbeitsfähig gemacht werden. Durch den Umzug des Parlaments und vieler Ministerien von Bonn nach Berlin 1999 gewann Brandenburg neue Bürgerinnen und Bürger.
BLPB, September 2020
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