Die Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas hat eine Wanderausstellung über Unrecht und Willkür der NS-Militärjustiz konzipiert, die vom 3. März bis 7. April 2010 in den Bahnhofspassagen Potsdam präsentiert wird.
Zwischen 1998 und 2009 hob der Deutsche Bundestag die meisten Unrechtsurteile der Wehrmachtjustiz auf. Mehr als sechs Jahrzehnte nach Ende des Zweiten Weltkrieges erinnert nun diese Ausstellung an die Urteile deutscher Kriegsgerichte.
Im Zentrum der Präsentation stehen Fallgeschichten, bei denen es nicht nur um Personen geht, die als Deserteure abgeurteilt wurden, sondern auch um so genannte Wehrkraftzersetzer und Volksschädlinge. Darüber hinaus werden Biografien von Angehörigen des Widerstandes in besetzten europäischen Ländern dargestellt. Insgesamt wurden mindestens 22.000 Menschen hingerichtet, unzählige andere starben in Lagern oder in Strafeinheiten. Die Fallgeschichten werden in Überblicksdarstellungen zur Geschichte der deutschen Militärjustiz zwischen 1871 – 1939 eingebettet. Zum Schluss nimmt die Ausstellung die Ausgrenzung und Nichtachtung überlebender Justizopfer in den deutschen Nachkriegsstaaten in den Blick.
Die Ausstellung wird durch einen regionalen Teil ergänzt, der die Auswirkungen der Wehrmachtsjustiz in der Region um Potsdam vorstellt.
Begleitend zur Ausstellung bietet der Verein zur Förderung antimilitaristischer Traditionen, der die Ausstellung in Potsdam präsentiert, ein umfangreiches Begleitprogramm, bestehend aus Vorträgen und einer Filmreihe an.
Außerdem sind kostenlose Führungen durch die Ausstellungen durch geschultes Personal buchbar.
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