Vor 20 Jahren verließ die Westgruppe der sowjetischen Truppen das Territorium der Bundesrepublik Deutschland. Die Landeszentrale erinnert an dieses historische Ereignis mit einer Fotoausstellung, die das Ende der sowjetischen Besatzung aus einer ungewöhnlichen Perspektive in einer außergewöhnlichen Zeit zeigt.
Erst während der Friedlichen Revolution war es möglich, dass Journalisten und Fotografen die bis dahin streng bewachten Kasernen besuchen und auch fotografieren durften. Detlev Steinberg gehörte dazu. Seine Aufnahmen entstanden zwischen 1992 und 1994 und dokumentieren den harten Alltag der Soldaten. Seine Bilder zeigen auch den organisatorischen Kraftakt, bei dem in knapp vier Jahren mehr als 500.000 Soldaten, Offiziere und ihre Angehörigen mit der kompletten militärischen Ausrüstung in die Heimat zurück geführt wurden.
Ab 2003 fotografierte Andreas Franke die verlassenen Kasernen, Wohn- und Zweckbauten in Wünsdorf, die seit dem Abzug der sowjetischen Streitkräfte leer stehen und sichtbare Spuren des Verfalls tragen. Beide Foto-Serien ergänzen und verschränken sich zu einer neuen Bilderfolge, die gleichermaßen über die Historie und die Gegenwart informiert und weit über die bloße Darstellung des Abzugs einer militärischen Weltmacht hinausgeht.
Der Bildband „Wünsdorf“ mit Fotografien von Detlev Steinberg und Andreas Franke und einem Nachwort von Helmut Domke, dem früheren Bevollmächtigten für Konversion des Landes Brandenburg ist im Mitteldeutschen Verlag Halle (Saale) erschienen und kann in der Landeszentrale bestellt werden.
Vertreter der Presse sind herzlich eingeladen.
Auf einen Blick:
4.03.2014, 19 Uhr, Landeszentrale
Ansprechpartnerin: Martina Schellhorn
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