Karlheinz Hesener in der Ausstellung
In den letzten Wochen vor dem Ende des Krieges haben wir meinen Fotoapparat, den Schmuck, das Service und das Silberbesteck unter den Kohlenhaufen im Keller versteckt. Zum Glück ist unser Wohnhaus von den Bomben verschont geblieben, dadurch haben wir alles gerettet.
Ich bin Hobbyfotograf und hatte Potsdam oft fotografiert, als es noch nicht zerstört war. Bald nach dem Krieg, schon im Frühsommer 1945 bin ich dann wieder losgelaufen und hab mit meiner „Retina“ Aufnahmen gemacht. Das musste heimlich geschehen, sonst wäre der Apparat weg gewesen.
Im Sommer 1946 entdeckte ich in der Zeitung eine Anzeige von Agfa-Wolfen, halb in deutscher, halb in russischer Sprache. Ein Russe hat mir den Text übersetzt: “Wir entwickeln Ihre Filme!“ Also schickte ich die Filme nach Wolfen, denn ich wollte endlich wissen, was ich heimlich fotografiert hatte.
Drei Wochen später bekam ich tatsächlich die entwickelten Dias zurück. Eine Rechnung bekam ich nie.
Das Gespräch hat Martina Schellhorn, Mitarbeiterin der Landeszentrale und zuständig für Ausstellungen, Anfang 2005 geführt und aufgeschrieben. Das Foto links zeigt Karlheinz Hesener in der Ausstellung der Landeszentrale "Das Kriegsende in Potsdam"
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