In einem Sperrgebiet im Nordosten Berlins betrieb das Ministerium für Staatssicherheit (MfS) bis 1989 seine zentrale Untersuchungshaftanstalt – die UHA I in Berlin-Hohenschönhausen. Über 11.000 Gefangene wurden hier seit 1951 eingesperrt und verhört, um sie anschließend vor Gericht zu stellen. Hunderte Stasi-Mitarbeiter hatten dafür zu sorgen, dass die Gefangenen verwertbare Aussagen machten, um sie verurteilen zu können. Isolation, ständige Überwachung und Kontrolle prägten den Alltag der Insassen.
Die Geschichte der Haftanstalt in Berlin-Hohenschönhausen war bislang nur unvollständig erforscht. Zwei Dissertationen widmen sich jetzt erstmals umfassend der inneren Organisation des geheimsten DDR-Gefängnisses. Anhand zahlreicher bislang unbekannter Quellen untersuchen die Politikwissenschaftlerin Dr. Elisabeth Martin und die Historikerin Julia Spohr in ihren Arbeiten, wie die Opfer behandelt wurden und wie die Täter agierten. In der Veranstaltung geben sie Einblicke in eines der düstersten Kapitel der DDR-Geschichte und diskutieren darüber mit einem ehemaligen Häftling und einem Psychologen.
Programm:
Begrüßung
- Dr. Hubertus Knabe, Direktor Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen
- Roland Jahn, Der Bundesbeauftragte für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR
Podiumsdiskussion
- Dr. Elisabeth Martin, Politikwissenschaftlerin
- Dr. des. Julia Spohr, Historikerin
- Dr. Stefan Trobisch-Lütge, Leiter der Beratungsstelle für politisch Traumatisierte der SED-Diktatur, Gegenwind
- Gilbert Furian, Ehemaliger Untersuchungshäftling in Hohenschönhausen
Moderation
- Dr. Norbert Seitz, Hörfunkautor beim Deutschlandfunk
Eine Kooperationsveranstaltung der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen und des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen der ehemaligen DDR.
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