Peter Weiss wurde 1916 in Potsdam-Babelsberg (Nowawes) geboren. 1939 floh der deutschjüdische Maler und spätere Schriftsteller und Filmemacher mit seinen Eltern nach Schweden. Während der 1960er und 70er Jahre mischte er sich von dort aus kritisch in den literarischen und gesellschaftlichen Diskurs der Bundesrepublik und der DDR ein. Weiss gehört zu den profiliertesten literarischen Avantgardisten und konsequentesten linken Intellektuellen der Nachkriegszeit, dafür stehen Werke wie das Revolutionsdrama „Marat/Sade“, das dokumentarische Auschwitz-Stück „Die Ermittlung“ oder sein monumentaler Roman „Die Ästhetik des
Widerstands“.
Die Vortragsreihe findet aus Anlass des 40. Todestages von Weiss statt. Sie verbindet polnische, italienische und deutsche Perspektiven auf diesen produktiven Störer ästhetischer Konventionen und politischer Gewissheiten. Die Tagung fragt, wie Weiss‘ literarischer Kampf gegen Unrecht und inhumane Strukturen innerhalb und außerhalb der beiden deutschen Staaten wahrgenommen wurde und welchen Einfluss er auf die Entwicklungen nach 1945 ausübte. Sie fragt zugleich nach dem Stellenwert, den die Erkenntnisse seiner Texte und die mit diesen gemachten Erfahrungen gegenwärtig haben: angesichts von Ausbeutung,
Rassismus, Flucht und Krieg.
Die Tagung wird von der Internationalen Peter Weiss Gesellschaft in enger Zusammenarbeit mit dem Institut für Jüdische Studien und Religionswissenschaft und dem Institut für Germanistik der Universität Potsdam sowie der Rosa Luxemburg Stiftung organisiert. Die Veranstaltung findet unter der Schirmherrschaft des Oberbürgermeisters der Stadt Potsdam Mike Schubert statt.
Weitere Kooperationspartner sind: die Stadt- und Landesbibliothek Potsdam, das Neuphilologische Institut der Pädagogischen Universität Kraków
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