Ein facettenreicher, mit wechselnden Perspektiven packend erzählter Roman über das "banale Böse" einer Diktatur, über Ängste, Misstrauen und die hilflose Liebe eines Vaters zu seiner Tochter. São Paulo in den siebziger Jahren. Bernardo Kucinski legt mit „K. oder Die verschwundene Tochter“ sein vielfach ausgezeichnetes Romandebüt vor, das die Zeit der Diktatur anhand seiner wahren Familiengeschichte aufarbeitet.
Kucinski gilt heute als eine der wichtigsten Stimmen der Angehörigen der desaparecidos – Menschen, die in der Zeit der brasilianischen Militärdiktatur (1964 bis 1985) gefangen genommen oder verschleppt wurden und seitdem als vermisst gelten. Dieses Schicksal widerfuhr auch Kucinskis Schwester Ana Rosa Kucinski Silva. Diese hatte sich Ende der 1960er Jahre einer Widerstandsgruppe angeschlossen, wurde 1974 gemeinsam mit ihrem Mann festgenommen und gilt seither als verschwunden. Der Autor, ein herausragender brasilianischer Wissenschaftler und Journalist, 1937 in São Paulo als Sohn einer polnisch-jüdischen Einwandererfamilie geboren, war nach dem Ende der Diktatur lange Jahre enger Berater des Präsidenten Lula da Silva. Er veröffentlichte zahlreiche politische und wissenschaftliche Bücher.
Lesung & Autorengespräch mit Bernardo Kucinski: „K. oder Die verschwundene Tochter“ („K.“), aus dem brasilianischen Portugiesisch von Sarita Brandt, Transit Verlag 2013
Moderation: Jan Wenzel (Tierra-Unida e.V.)
Dolmetschen: Mario Schenk (Tierra-Unida e.V.)
Lesung in Deutsch: Sarita Brandt
Die Lesung ist zweisprachig. Die Lesung findet im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Solidarität im 21. Jahrhundert“ des Lateinamerika Arbeitskreises "Tierra Unida" Potsdam e.V. statt.
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