Entwicklungspolitische Diskussionstage 2021

Online-Podiumsdiskussionen

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Nachhaltigkeit

Programm Tag 1

Partners in climate? — Die Rolle afrikanischer Energiepartnerschaften im Europäischen Green Deal 09:30 -11:30 Uhr

Klimaneutralität bis 2050 — Das ist das erklärte Ziel der Europäischen Union. Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen bezeichnete die Verkündung des Europäischen Green Deals, als erster Kontinent die Netto-Treibhausgasemissionen auf null zu bringen, als Europas „man on the moon moment“.

Um diese ambitionierte Vision zu verwirklichen, müssen umfassende Transformationen in Bereichen wie Verkehr, Landwirtschaft und Industrie eingeleitet werden. Eine zentrale Rolle spielt außerdem der Energiesektor. Um den enormen Bedarf Europas an CO2-neutraler und erschwinglicher Energie zu decken, setzt die EU daher zunehmend auf internationale Kooperationen mit afrikanischen Staaten, zum Beispiel bei der Produktion von grünem Wasserstoff aus erneuerbaren Energien.

Welche Chancen und Herausforderungen ergeben sich aus diesen Partnerschaften? Wie kann Klimagerechtigkeit in der Umsetzung des Green Deals sichergestellt werden? Welche Rolle nimmt dabei die Entwicklungspolitik ein? Wir diskutieren mit Vertreter*innen aus Wissenschaft, Politik, Zivilgesellschaft und Wirtschaft darüber, wie der Green Deal ein Erfolg für Afrika und Europa werden kann.

Mit:

Gabriela Iacobuta (Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Bereich Umwelt-Governance, Deutsches Institut für Entwicklungspolitik/DIE)

Hamza Hamouchene (Programme Coordinator North Africa, Transnational Institute)

Paul van Son (President Dii Desert Energy)

NN


Spielball oder Sprungbrett – Digitalisierung kleinbäuerlicher Landwirtschaft in Subsahara-Afrika | 15:00 – 17:00 Uhr

Eine kenianische Kleinbäuerin kauft per Klick auf ihrem Smartphone Saatgut zum günstigsten Preis. In Nigeria holt sich eine Kooperative digital Informationen über Anbaupläne und Pflanzenkrankheiten ein.
Kleinbäuerliche Erzeuger*innen machen über 60 % der Bevölkerung in Subsahara-Afrika aus, während Landwirtschaft durchschnittlich 23 % zum regionalen BIP beiträgt. Dabei nutzen Kleinbäuer*innen immer häufiger verschiedenste digitale Technologien, weshalb sich Konzerne auf den riesigen "unerschlossenen" Markt stürzen.
Skeptiker*innen bezweifeln jedoch, dass digitale Lösungen die Speerspitze der sozialen und wirtschaftlichen Entwicklung afrikanischer Kleinbäuer*innen sein können. Im Gegenteil: Ohne den Zugang zu finanziellen Mitteln und der nötigen Infrastruktur können viele nicht von der Digitalisierung profitieren und drohen sogar abgehängt zu werden.

Anhand folgender Fragen werden diese Positionen verhandelt:

  • Wer profitiert von der Digitalisierung und wer fällt der “digitalen Kluft” zum Opfer?
  • Welche Art der Digitalisierung kann nachhaltige Entwicklung und Produktivität afrikanischer Kleinbäuer*innen fördern und ihre Ernährung sichern?
  • Wie kann eine inklusive Digitalisierung auf dem gesamten Kontinent und darüber hinaus erreicht werden?

Mit:

Daniel Wanjama (Coordinator, Seed Saver Network Kenya)

Myriam Said (Digital Advisor, Government of Ethiopia)

Janina Kaiser (Head of Strategy & Innovation für Sub-Saharan Africa, K+S Aktiengesellschaft)

Lena Bassermann (Inkota, Referat für Welternährung und Globale Landwirtschaft)

 

 

Tag #2: Entwicklungspolitische Diskussionstage 2021

Programm Tag 2 | 09:30 -11:30 Uhr

Des Kaisers faire Kleider - mit Siegeln und Sorgfaltspflicht zu mehr Nachhaltigkeit?

Im Handel kostet das T-Shirt 4,99€, doch wer zahlt den wahren Preis? Ein einfaches T-Shirt legt nicht selten bis zu 20.000 Kilometer und unzählige Produktionsstufen auf dem Weg an die Kleiderstange zurück. Der Baumwollanbau und die Verarbeitung finden häufig in Ländern des Global Südens statt, jedoch verbleibt dort nur ein Bruchteil des Gewinns („race to the bottom“). Noch schlimmer: häufig kommen aufgrund der mit der Herstellung verbundenen sozial-kulturellen und ökologischen Folgeschäden sogar weitere Kosten auf die lokalen Gemeinden zu.
Vor dem Hintergrund der vorläufigen Einigung zum Lieferkettengesetz in Deutschland, sollen die folgenden Fragen mit Vertreter*innen aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft diskutiert werden:

  • Welche sozialen Kosten oder Umweltschäden können entlang der Lieferkette auftreten?
  • Wie können Zertifizierungsprogramme und der Entwurfsbeschluss zum Lieferkettengesetz dazu beitragen, Folgeschäden zu verringern?
  • Wie können faire Ladenpreise erreicht werden, die die tatsächlichen Kosten abbilden?
  • Welche alternativen Handels- und Produktionswege gibt es, um mehr Teilhabe aus dem Globalen Süden zu gewährleisten und Folgeschäden zu reduzieren?    

Mit:

Anosha Wahidi (Referatsleiterin nachhaltige Lieferketten und Standards, Bundeministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung/BMZ)

Christian Schader (Leiter Gruppe Nachhaltigkeit, FiBL-Forschungsinstitut für biologischen Landbau)

Reema Nanavaty (Director, SEWA - Self Employed Women's Association)

Aleix Busquets Gonzalez (Director, Global Sustainability, C&A)

 

Eine Kooperationsveranstaltung mit dem Seminar für Ländliche Entwicklung Humboldt Universität zu Berlin (SLE)

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