
Seit der Antike werden Fahnenflüchtige bestraft. Die Sanktionen reichten von körperlicher Züchtigung bis hin zur Todesstrafe. Über das Schicksal von Deserteuren im Zweiten Weltkrieg ist mittlerweile relativ viel bekannt. Doch warum verließen Soldaten in den vergangenen Jahrhunderten ihre Truppe?
Fehlende Aufzeichnungen und später der Blick aus juristischer Sicht verstellen den realen Zugang; viele Gründe können nur vermutet werden: bessere Bedingungen in der gegnerischen Armee, Angst vor dem Tod, Sehnsucht nach der Heimat, ausbleibender Sold…Und was bedeutete es für die Helfenden, wenn der Plan fehl schlug? Wer profitierte von einer gescheiterten Flucht?
Diesen Fragen soll ein Ausstellungsprojekt des Vereins zur Förderung antimilitaristischer Traditionen am Beispiel von Potsdam und weiteren brandenburgischen Orten nachgehen. Die Ethnologin Jeanette Toussaint stellt erste Rechercheergebnisse vor und präsentiert drei Kurzfilme, die sich aus unterschiedlichen Perspektiven dem Thema nähern.
DER DESERTEUR
Deutsche Mutoskop- und Biograph-Gesellschaft 1909
4 Minuten
DÈSERTEUR
F 2017
1 Minute 25 sec
Regie: Mathilde Dourdy
JOSEFS BRÜDER
D 2005 (HFF München)
14 Minuten
Regie: Philipp Clarin
In der Veranstaltung sollen historische Ereignisse aus der Demokratieentwicklung in der Stadt Potsdam aufgezeigt werden. Dabei steht die Militär- und Kriegsdienstverweigerung im Fokus, die regelmäßig zu härtesten Sanktionen führte. An den recherchierten Fällen kann exemplarisch diskutiert werden, zu welchen persönlichen Folgen selbstbestimmtes Handeln, dass sich gegen menschenverachtende Strukturen richtet, führen kann und ob diese erbracht werden sollten.
Die Recherchen förderte die Landeshauptstadt Potsdam, das Filmprogramm die Brandenburgische Landeszentrale für politische Bildung.
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