In den letzten Jahrzehnten unternahmen viele lateinamerikanische Länder große Anstrengungen mittels Agrarreformen und einer gerechteren Landverteilung für Bauern die Einkommensunterschiede auf dem Land zu verringern. Diese Versuche scheiterten mitunter am Einfluss der Großgrundbesitzer und teilweise an einer ungenügenden bis hin zu parteiischen Rechtssprechung. Seit kurzem aber bedroht ein neues Phänomen die Landbevölkerung.
Unter dem Begriff des sogenannten Land Grabbings kommt es vielerorts zu Vertreibungen der heimischen Bevölkerung sowie zu einer ungebremmsten Ausbeutung der natürlichen Rohstoffe durch große Konzerne und mitunter auch Staaten, die – wie in dem Vortrag geschilderten Fall – nicht rechtmäßige Konzessionen über Land erhalten.
Zu welchen Folgen das führt, zeigt der Referent des Abends, Alberto Alonso Fredejas, Guatemala/Brüssel, anhand einer Region auf. Unter Einsatz einer Dokumentation über eine ländliche Region Guatemalas spricht er vor allem über die Vertreibungen der einheimischen Bevölkerung und die Menschenrechtsverbrechen durch einen großen Konzern, denen sich die Menschen auch im 21. Jahrhundert noch ausgesetzt sehen.
Der Referent Alberto Alonso Fredejas, der selbst viele Jahre in dem betroffenen Gebiet lebte und arbeitete, ist Aktivist und Forscher des Institute of Social Studies, Den Hagues und des Transnational Institute, Amsterdam.
Es wird der Film „Aj Ral Ch´Och´. Despojo y Resistencia en la Guatemala del Siglo XXI“ gezeigt. Der Film zeigt die Probleme von land grabbing, gegen den die indigene Gruppe Q´eqchi Widerstand leistet.
Die Veranstaltung findet wird auf Spanisch statt. Es gibt eine Konsekutiv-Übersetzung ins Deutsche.
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