Horst Stern, der in den 70er Jahren mit seiner ARD-Serie "Sterns Stunde" Fernsehgeschichte schrieb, als er die Naturzerstörung durch die Menschen anprangerte, lebt heute zurückgezogen im niederbayerischen Passau. Das brandenburgische Festival für Umwelt- und Naturfilme Ökofilmtour verleiht jedes Jahr den von der Stiftung Naturschutzfonds mit 5.000 Euro dotierten Horst-Stern-Preis für den besten Naturfilm. Horst Stern hat dafür die Zustimmung gegeben. So werden die heutigen Filmemacher daran gemessen, ob sie sich in seinem Sinne für das Zusammenleben von Mensch und Tier engagieren und nicht nur die heile Tierwelt zeigen, sondern sich fernab von jeglicher Sentimentalität als Bewahrer und Beschützer für die Artenvielfalt einsetzen.
Er selbst hielt es immer für ein Missverständnis, als Tierfilmer bezeichnet zu werden, und war doch ein unermüdlicher Kämpfer für die Natur und die Tierwelt. In vielen TV-Reportagen und Schriften hielt Horst Stern dem größten Feind von Flora und Fauna, dem Menschen, den Spiegel vor. Mehr noch - gemeinsam mit vielen anderen wie Bernhard Grzimek und Hubert Weinzierl gründete er 1975 die Naturschutz-Organisation BUND.
Am Donnerstag, dem 26.10.2017, 19 Uhr, werden wir im Potsdamer Filmmuseum eine Hommage für den Jubilar gestalten, denn am 24. Oktober 2017 wird Horst Stern - Publizist, Buchautor und Fernsehlegende - 95 Jahre alt. Eines seiner letzten Interviews gab er 1992 im Film „Die ermüdete Wahrheit“ Dokumentation von Ulli Pfau, 45 Minuten, die gezeigt wird.
Anschließend läuft aus seinen "Sterns Stunden" die wohl berühmteste Original-Sendung:
"Leben am seidenen Faden - Bemerkungen über die Spinne", 45 Minuten, 1975.
Gesprächspartner werden die Horst-Stern-Experten Prof. Ludwig Fischer von der Universität Hamburg sowie der Filmautor und Producer Ulli Pfau sein.
Moderation: Christiane Grefe, Journalistin "Die Zeit"
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Kommentare
Kommentierenzum Tode von Horst Stern
Trauer erfüllt mich über den Tod von Horst Stern und neue Leidenschaft überkommt mich, sein oftmaliges Mahnen zum Handeln wieder verstärkt fortzusetzen.
Aber nicht zuletzt empfinde ich eine große Dankbarkeit viel von ihm gesehen zu haben - auch seine Bemerkungen damals über das Rotwild, die Spinnen und über die Bienen, was mich als Imker immer wieder besonders begeisterte ...
Möge seine Saat nochmals richtig gegossen und gepflegt werden, damit sein Mahnen, doch endlich mehr für unsere Schöpfung zu tun, viel Früchte des Handelns trägt.
Uli M. Sorg
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