Die Kunstsammler Brigitte und Gerhard Hartmann aus Lindau am Bodensee tragen seit vielen Jahren mit großem Geschick eine spezielle Sammlung zusammen, die auf einzigartige Weise das komplexe Spannungsfeld zwischen Literatur und Bildender Kunst thematisiert. Autorinnen und Autoren werden eingeladen, handschriftliche Texte der Sammlung anzuvertrauen. Die Sammler reichen diese Autographen an ausgewählte Künstlerinnen und Künstler weiter, die mit differenzierten bildenrischen Umsetzungen auf die Texte reagieren. Es entsteht ein Spiel, ein Dialog zwischen Schrift und Bild, Form und Inhalt und es stellen sich Fragen beim Betrachten: Kann man den Sinn eines literarischen Textes in ein anderes Medium überführen? Hilft das Bild, den literarischen Text zu verstehen? Entsteht bei der Betrachtung des geschriebenen und gezeichneten Blattes ein imaginäres drittes, ein neuer Sinn, eine neue ästhetische Erfahrung, die weder das Bild noch der Text allein erzeugen kann?
Die Sammlung Hartmann umfasst derzeit Arbeiten von mehr als einhundert AutorInnen und KünstlerInnen und befindet sich in der Vorarlberger Landesbibliothek in Bregenz.
Das Tucholsky-Museum zeigt eine Auswahl aus dieser Sammlung, unter anderem mit Manuskripten und bildnerischen Arbeiten von Angelika Arendt, Wolfgang Bleier, Jürgen Brodwolf, Elke Erb, Christian Futscher, Arno Geiger, Christian Geismayr, Peter Härtling, Harald Hartung, Rolf Haufs, Kerstin Hensel, Madeleine Heublein, Karl-Georg Hirsch, Thomas Hoor, Setsuko Ikai, Ralf Kerbach, Si.Si. Klocker, Ulrich Karlkurt Köhler, Christian Lehnert, Günter Kunert, Reiner Kunze, Friederieke Mayröcker, Steffen Popp, Marion Poschmann, Peter Roos, Heidrun Rueda, Sabine Schiffner, Uwe Schloen, Meike Staats, Wolfgang Stifter, Yoko Tawada, Hans Ticha, Andreas Töpfer, Alissa Walser, Martin Walser und Uljana Wolf.
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