
Die größte Hoffnung für eine Bewältigung der Covid-19-Pandemie liegt nach wie vor in einer weltweiten Immunisierung durch eine Impfung. Mehr als ein Jahr nach dem Beginn der globalen Impfkampagne gegen das Virus sind die Impfstoffe jedoch noch immer sehr ungleich verteilt. Während in der Europäischen Union bereits etwa 75% der Bevölkerung mindestens eine Impfdosis erhalten haben, sind es auf dem afrikanischen Kontinent nur 16%. Ein Grund dafür sind die Einkaufspreise für die Impfstoffe, die es vielen einkommensschwachen Ländern unmöglich machen, ausreichend Impfdosen auf dem freien Markt zu erwerben. Die deshalb ins Leben gerufene COVAX-Initiative der Weltgesundheitsorganisation konnte diese Ungleichheit bisher nicht beheben.
Bereits im Oktober 2020 forderten die Regierungen von Südafrika und Indien daher eine temporäre Aussetzung des Patentschutzes für Covid-19-Impfstoffe (TRIPS Waiver), um diese vor Ort produzieren zu können. Die Europäische Kommission und einige EU-Mitgliedstaaten, wie auch Deutschland, stehen dieser Forderung bisher kritisch gegenüber, während sich die USA, wo ebenfalls wichtige Produzenten von Covid-Impfstoffen ansässig sind, dieser seit Mitte 2021 offen gegenüber zeigt.
Während dieser Veranstaltung diskutieren Expert*innen und politische Entscheidungsträger*innen, wie international eine gerechte Impfstoffverteilung erreicht werden kann und welche Rolle die EU dabei spielt.

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