Die deutsch-tschechisch-jüdische Kultur der böhmischen Metropole - verdichtet im Namen Franz Kafka - ist Mythos und Realität zugleich. Nationalstaatliche Ideen und damit einhergehende nationalistische Strömungen führten in der Vorkriegszeit zunehmend zu Abgrenzungsbestrebungen auf deutscher wie auf tschechischer Seite. Obwohl beide Seiten 1914 gemeinsam in den Krieg zogen, erwarteten die Tschechen durch die Koalition Österreichs mit dem Deutschen Reich eine unerwünschte Stärkung des Deutschen in einer Stadt, die sich selbstbewusst als slawische Metropole ausbaute. Der Weltkrieg sollte der tschechischen Nation eine kurze Zeit der Unabhängigkeit und Demokratie bringen.
Vortrag: Prof. PhDr. Milan Hlavačka
Eine Veranstaltung des Deutschen Kulturforums im Rahmen des Jahresschwerpunkts 2014 Zeitenwende 1914. Das östliche Europa zwischen Aufbruch und Abgrund. In Kooperation mit der Urania Potsdam
Teilen auf
Neuen Kommentar hinzufügen