
Es gehört zu den wichtigsten Sicherheitsversprechen der Sozialpolitik, sich im Alter auf eine angemessene Rente verlassen zu können. In der alternden Gesellschaft und im Zuge des bevorstehenden Renteneintritts der Babyboomer wird dieses Versprechen für immer mehr Menschen unmittelbar relevant.
Schon heute erleben viele Menschen beim Übergang in die Rente Einschränkungen ihres Lebensstandards und auch die Altersarmut ist, verschärft durch gestiegene Wohn- und Lebenshaltungskosten, inzwischen deutlich ausgeprägt. Aber auch viele jüngere Menschen sind verunsichert, ob sie sich in Zukunft noch auf die Rente verlassen können. In Frage gestellt wird, ob das Rentensystem angesichts des demographischen Wandels und struktureller wirtschaftlicher Herausforderungen auch in Zukunft noch finanziell tragfähig ist und die Kosten zwischen den Generationen fair verteilt werden.
Was also tun, um auch in Zukunft verlässliche und angemessene Renten zu sichern und die Finanzierung auskömmlich und gerecht zu gestalten? Welches sind die entscheidenden Stellschrauben für wirkungsvolle Reformen und welche Vorschläge liegen auf dem Tisch?
Diesen Fragen widmet sich die gerade erschienene Studie „Rente mit Zukunft. Reformszenarien der Alterssicherung“ von Prof. Frank Nullmeier unter wissenschaftlicher Mitarbeit von Dr. Magnus Brosig. Der Autor analysiert im Auftrag der Heinrich-Böll-Stiftung das deutsche Rentensystem und arbeitet unterschiedliche politische Entwicklungspfade heraus. Damit schafft die Studie Orientierung in einer unübersichtlichen und häufig verkürzten und aufgeheizten politischen Debatte.
Sie zeigen auf, dass die gesetzliche Rente der zahlenmäßig bedeutendste Bereich des Sozialstaats in Deutschland ist. Statt in den Abgesang auf die Rente einzustimmen und Vertrauen in den Sozialstaat zu zerstören, geht es in Zeiten von Krisen und Umbrüchen vielmehr um Stabilität. Gezielte Reformen können diese Stabilität sichern, ohne soziale Errungenschaften, auch für jüngere Generationen, in Frage zu stellen.
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