In einem verschlissenen Dorfkneipensaal in Rüdersdorf bei Berlin beginnt ein geheimer Streifen aus der Spätzeit der DDR wieder lebendig zu werden: Don Quichote und Christoph Kolumbus, zwei im Geschichte und Literatur, an Idealismus und Sendungsbewusstsein erfolgreich gescheiterte Helden, führt der Autor in einem Chemiewerk am Rand von Berlin zusammen. Er stellt ihnen seinen "roten Propheten" Robert an die Seite. Dessen vergeblicher Kampf gegen die Umweltverschmutzung und für einen humaneren Sozialismus verbindet sich mit dem Schicksal der beiden Abenteurer.
In der musikalischen Lesung und dem anschließenden Gespräch mit dem Autor Bernd Kebelmann möchten wir uns damit auseinander setzten, wie die Umweltverschmutzung während des realexistierenden Sozialismus in Rüdersdorf bei Berlin aussah. Wie reagierte der Protagonist des Romans Robert auf die giftigen Dämpfe, die in seinem Unternehmen entstanden? Welche Kritik hat er am realexistierenden Sozialismus?
Wie blicken wir heute auf diese damalige Umweltverschmutzung und was steht uns in Zeiten der Umweltkrise noch bevor?
Gäste:
Bernd Kebelmann ist in Rüdersdorf bei Berlin aufgewachsen, hat Chemie studierte und arbeitete jahrelang im Chemiewerk Rüdersdorf bis ihn seine fortschreitende Erblindung zur Literatur geführt hat. Als Autor schrieb er mehrere Bücher unter anderem die vier Bände der Kalkdorf-Reihe: Splitternde Kindheit; Drei Brüder im Spiegel bei brechendem Licht; Trunkene Formeln bei Boddenlicht; Hans ins Glück.
Begleitet wird er von Sonny Thet. Thet wurde in Kambodscha geboren und lebt seit 1969 in Deutschland. Seit den 1970er Jahren arbeitet er als Solocellist und als Bühnenmusiker mit Schauspielern, Sängern und Tänzern zusammen (Rio Reiser, Katja Epstein u.a.).
Die Moderation wird von einem Mitglied der Heimatfreunde Rüdersdorf e.V. durchgeführt, das die regionale Geschichte gut kennt.
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