Von den Opfern, die die Spanische Inquisition weltweit zwischen dem 15. und dem 19. Jahrhundert gefordert hat, existieren nur in den seltensten Fällen Selbstzeugnisse. Stattdessen sind Verhör- und Folterprotokolle meist die einzigen Quellen, die über die Denkwelten und die Leidenswege der Verfolgten Aufschluss geben. Umso mehr fallen Ausnahmen auf.
Luis de Carvajal der Jüngere, der 1596 in Mexiko als „rückfälliger Judaisierer“ hingerichtet und auf dem Scheiterhaufen verbrannt wurde, ist eine derartige Ausnahme. Er hinterließ seine Memoiren, Briefe und ein religiöses Testament für die Nachwelt.
2014 wurden die Originaldokumente zur Grundlage einer Komposition des argentinisch-spanischen Komponisten Osias Wilenski. Im Mittelpunkt der Komposition steht der Liederzyklus „Poemas y cartas de Carvajal“, der in Potsdam und Konstanz (ur)aufgeführt und mit einer Lesung ausgewählter Passagen aus den Selbstdokumenten Carvajals in deutscher Übersetzung verbunden wird.
Ausführende
- Christoph Schröter: Tenor
- Nikola David: Sprecher
- Mitglieder des modern art ensembles
- Klaus Schöpp: Flöte
- Katharina Hanstedt: Harfe
- Yoriko Ikeya: Klavier
- Matias de Oliveira Pinto: Violoncello
Alle Ausführenden sind ausgewiesene Spezialistinnen und Spezialisten im Bereich der zeitgenössischen Musik, die sich durch weltweite Konzerttätigkeit, CD-Produktionen und Festivals international Anerkennung erworben haben. Die Veranstaltung, die sich auf die Idee und das Arrangement von Prof. Dr. Sina Rauschenbach (Potsdam) und Prof. Dr. Héctor Pérez Brignoli (San José, Costa Rica) gründet, wird gefördert von einer Kooperation zwischen der Universität Potsdam und dem Konstanzer Exzellenzcluster „Kulturelle Grundlagen von Integration“.
Um 19.30 Uhr findet eine kurze Einführung in Werk und Thematik statt. Ticketverkauf unter www.reservix.de sowie an allen bekannten Vorverkaufsstellen. Pressekarten sind kostenlos bei Tanja Zakrzewski (tzakrzew@uni-potsdam.de) erhältlich.
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