Mit dem Geburtsjahr 1989/1990 jährt sich immer auch der Fall der Mauer und die Wiedervereinigung Deutschlands und damit das Ende der DDR – des Landes, in dem die Eltern der in dieser Ausstellung porträtierten Kinder zu Hause waren und das ihre Kinder nicht mehr erlebt haben. Was bewegt die Jugendlichen, die als erste Generation im wiedervereinten Deutschland aufwachsen? Welche Wünsche und Vorstellungen haben sie von ihrem Leben? Was bedeutet Heimat für sie, wie wichtig sind Schule, Beruf und Familie? Was erwarten sie von der Zukunft und in welchem Maße sind sie von der Vergangenheit und Gegenwart ihrer Eltern geprägt?
Jugendliche aus drei verschiedenen Orten Brandenburgs haben sich fotografieren und befragen lassen. Die Antworten der heute 14- und 15jährigen sind ausführlich, oft fröhlich, manchmal traurig, zögerlich suchend oder schlagfertig selbstbewusst – immer aber von berührender Offenheit. Sie ermöglichen Einblicke in die Gedankenwelt der Mädchen und Jungen, die sich in dem Lebensabschnitt der Grenzüberschreitung von Kindheit zum Erwachsenenalter befinden – der wohl interessantesten und anstrengendsten Zeit ihres jungen Lebens. Nicht die soziologische Untersuchung oder die statistische Erhebung war das Ziel, sondern die Suche nach der individuellen Lebenssituation der „WendeKinder“.
Von Dezember 2003 bis September 2004 fanden die Gespräche statt, sie wurden auf Tonband mitgeschnitten, abgeschrieben und dann zu Texten verdichtet. Die Jugendlichen wurden gebeten, auch selbst zu fotografieren was ihnen wichtig, lieb und teuer ist. Die im Sommer 2004 entstandenen Schnappschüsse ähneln dem Blick in ein privates Fotoalbum. Diese sehr persönlichen Fotos wurden in die Ausstellung einbezogen.
www.neuruppin.de
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