
Veranstaltungsreihe des Forums Neuer Markt
Mit der bedingungslosen Kapitulation des Deutschen Reichs endete 1945 der Zweite Weltkrieg in Europa. In diesem Jahr wurden die Verbrechen der Deutschen im In- und Ausland besonders durch die Öffnung der Konzentrationslager deutlich. Offensichtlich waren aber auch die Zerstörungen des eigenen Landes, die Herrschaft der Besatzungsmächte und die prekären alltäglichen Lebensbedingungen.
Was bedeutete dies für die Menschen in Potsdam, in Brandenburg und in den Nachbarländern – vor allem in Osteuropa? Im Rahmen der diesjährigen Potsdamer Gespräche werden wir in Vorträgen und Diskussionen das Schlüsseljahr 1945 aus der Perspektive der Geschichtswissenschaften sowie der Museen und Gedenkstätten der Stadt betrachten.
Wir möchten aber auch wieder mit Ihnen diskutieren und laden Sie dazu an verschiedene Orte in Potsdam ein.
Podiumsgespräch in der Landeszentrale
Die Region Brandenburg stellte 1945 den wichtigsten Kriegsschauplatz am Ende des Zweiten Weltkriegs dar. Sie war Kampfzone entscheidender Militäroperationen, die direkt zum Kriegsende führten, und zugleich Stätte der letzten schrecklichen Massenmorde und Verbrechen der nationalsozialistischen Diktatur. Nach dem Ende der Diktatur folgte die Sowjetisierung der Sowjetischen Besatzungszone, verbunden mit neuer Gewalt und neuem Unrecht. Schrittweise durchlebte die Brandenburger „Zusammenbruchsgesellschaft“ den Übergang von einer Diktatur zur anderen.
Die Veranstaltung nimmt das Schlüsseljahr 1945 in den Blick. Wir besprechen die Umwälzungen und Folgen, die das Kriegsende und der Systemwechsel im Jahr 1945 mit sich brachten. Anschließend diskutieren wir den Wandel nationaler Gedenknarrative sowie das Spannungsverhältnis zwischen staatlichem Erinnerungskanon und zivilgesellschaftlicher Aufarbeitung. Wie lässt sich aus heutiger Sicht das Jahr 1945 als (ost-)europäisches Schlüsseljahr beschreiben? Wie prägten die politischen Entwicklungen, Geschichtsdebatten und Aufarbeitungsinitiativen der letzten 35 Jahre die (ost-)europäische Erinnerung an 1945? Wie ist der Stand der Forschung und Aufarbeitung für Brandenburg?
Zu Gast:
- Anna Kaminsky (Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur),
- Claudia Weber (Europa-Universität Viadrina) und
- Hermann Wentker (Institut für Zeitgeschichte München-Berlin).
Moderation: Peter Ulrich Weiß (LAkD)
Eine Veranstaltung im Rahmen der Potsdamer Gespräche in Kooperation mit der Beauftragten des Landes Brandenburg zur Aufarbeitung der Folgen der kommunistischen Diktatur (LAkD).
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