Angst vor der Tür: Kinder auf der Flucht

Eine gemeinsame Ausstellung des Hans Otto Theaters Potsdam, der Lenau-Grundschule Berlin/Kreuzberg und der Brandenburgischen Landeszentrale für politische Bildung

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Die sehr komplexe Thematik „Flucht und Flüchtlinge“ ist Gegenstand der Ausstellung, in der Fluchtwege beschrieben und Ursachen und Gründe benannt werden, warum Menschen ihre Heimat verlassen.

Wie man die Ursachen von Flucht und Vertreibung bekämpfen oder nachhaltig verhindern kann – darauf wird man in der Ausstellung keine Antworten finden. Auch nicht auf die Frage, wie angesichts weltweiter Flüchtlingstragödien der Einzelne mit dem Elend umgehen soll und was er tun kann, um zu helfen.

Antworten darauf kann und muss man selbst finden.
Die Ausstellung will Wissen vermitteln, Zusammenhänge herstellen, nachdenklich machen und informierende Grundlage für eigenes Handeln sein.

Titelbild der Ausstellung
© BLPB

 

Fluchtwege

Das Theaterstück

Ausgangspunkt für die Ausstellung war das Theaterstück „Fluchtwege“ von Nick Wood, das in Deutscher Erstaufführung am Hans Otto Theater Potsdam inszeniert wurde.

Theaterszene
Nina El Karsheh als Riva und Sebastian Wirnitzer als Andrea und in vielen anderen Rollen.

Das Stück beschreibt die Flucht des Geschwisterpaares Riva und Andrea, die zusammen mit der Mutter vor ein paar Wochen in Deutschland angekommen sind.

Die Kinder erzählen in Rückblicken von ihrem bisherigen Leben, vom Tod des Vaters und von der dramatischen Flucht. Dabei verwandeln sich die Schauspieler auch in Mutter, Vater, Lehrerin, Onkel oder Schulfreund, geben diesen Personen Sprache und Gestalt und zeigen so die verschiedenen Perspektiven ihrer Geschichte.

Zum Schluss trifft endlich der langersehnte Brief einer deutschen Behörde ein: „... freuen wir uns, Ihnen mitteilen zu können, dass Ihrem Antrag auf Asyl stattgegeben wird.“

Szenenbild

Szenenbild

FLUCHTWEGE
von Nick Wood, Regie: Yüksel Yolcu,
Musik: Sonny Thet
ab 9 Jahre

 

 

 

 

 

Flüchtlinge weltweit und in Europa

Ankunft in einem fremden Land

Über 20 Millionen Menschen sind derzeit weltweit auf der Flucht. Nach Schätzungen des UNHCR gibt es weitere 15 bis 20 Millionen nicht registrierte Binnenflüchtlinge. Etwa 75 % aller Flüchtlinge sind Frauen und Kinder. Sie fliehen vor Hunger, Krieg, Gewalt und Naturkatastrophen.

Zahlen und Fakten Kinder auf der Flucht
© Harald Hirsch


Die meisten Flüchtlinge gibt es mit 8,8 Millionen in Asien, das sind ca. doppelt so viele wie in Afrika. Für mehr als 4,8 Millionen Menschen bedeutet Europa das Ziel ihrer Flucht, um politischer Verfolgung in ihrer Heimat zu entgehen, wieder angstfrei leben und sich eine neue Existenz aufbauen zu können.

Um dorthin zu gelangen, nehmen sie unendliche Strapazen auf sich, bezahlen horrende Summen für Schleuser, geben Heimat und Familie auf. Viele bezahlen die Flucht mit dem Leben. Aktuelle Meldungen berichten über gescheiterte Fluchtversuche, dramatische Rettungsaktionen und zahlreiche Todesopfer vor den Küsten Spaniens und Siziliens.

In Deutschland stellten in den letzten 5 Jahren zwischen 35.000 und 80.000 Flüchtlinge einen Asylantrag. Die Gesamtzahl der Flüchtlinge ist weitaus höher, sie liegt derzeit bei ca. 1,1 Millionen.

Bis zur Anerkennung und dem dauerhaften Bleiberecht in Deutschland ist es ein langer, mühsamer Weg. Die Anerkennung auf politisches Asyl erhalten jährlich weniger als 10 %. Über die gesetzlichen Regelungen, die völkerrechtlichen Aspekte und Rechtsgrundlagen sowie die Schwierigkeiten des Interessenausgleichs bei der Umsetzung wird in der Ausstellung informiert.

Kinder auf der Flucht Zahlen und Fakten in der Ausstellung
© Harald Hirsch


Zahlen und Statistiken zeigen den internationalen Blickwinkel und den Vergleich innerhalb der europäischen Staaten.

 

Das Jugendprojekt ALREJU

Betreuung minderjähriger Flüchtlinge

Der Titel der Ausstellung „Angst vor der Tür“ stammt aus einer Strophe des ALREJU-Lieds. ALREJU ist der Name des Heims für allein reisende Kinder und Jugendliche in Fürstenwalde.

Dort werden pro Jahr etwa 45 „unbegleitete minderjährige Flüchtlinge“, wie sie offiziell genannt werden, liebevoll betreut. Sie bleiben bis sie erwachsen sind. Sind sie volljährig und ihr Asylantrag wird abgelehnt – das ist bei den meisten der Fall – werden sie in ihr Heimatland zurückgeschickt. Viele entziehen sich der Abschiebung. Sie werden wieder zum Flüchtling.

Das ALREJU ist dennoch ein fröhliches Heim, ein Zuhause auf Zeit. In anrührenden Briefen bedanken sich die ehemaligen Heimkinder für die „schönste Zeit ihres Lebens“. Ausschnitte daraus, Fotografien, Erinnerungen und Berichte stellen im Schlusskapitel der Ausstellung dieses besondere Projekt vor.

Alreju in der Ausstellung "Kinder auf der Flucht"
© Harald Hirsch

 

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