
Der deutsch-irakische Schrifsteller Abbas Khider erzählt in "Brief in die Auberginenrepublik" von einer Zeit vor dem arabischen Frühling. In seinem Roman lässt er den Leser einem Brief folgen, den der junge Iraker Salim aus dem Exil in Libyen an seine Liebste in Bagdad schreibt. Doch wie gelangt das Schreiben in eine Diktatur, die sich, wie der Irak, nach außen abschottet? Ein Netzwerk illegaler Boten soll die Botschaft über Ägypten und Jordanien nach Bagdad bringen. Khider lässt dabei sieben Menschen, darunter ein Taxifahrer, ein Polizist, ein Oberst und dessen Ehefrau, aus ihrem Leben in der Krisenzeit berichten.
Auf diese Weise entsteht ein sehr vielfältiges Bild vom Alltag in den arabischen Diktaturen. Abbas Khider gelingt es, Zugänge zu Gesellschaften und Kulturen zu schaffen, deren Innenansichten hierzulande häufig noch unbekannt sind.
Gast: Abbas Khider, Autor
In Kooperation mit dem Verein Zeitpfeil e. V., der Universität Potsdam – Institut für Germanistik und der Script-Buchhandlung Potsdam.
»Ich danke Ihnen für die Veröffentlichung des Buches. Es hat meinen Blick auf die arabische Welt mehr verändert, als Peter Scholl-Latour es je vermocht hätte. Wenn man auf dem Weg zur libyschen Grenze mit im Auto gesessen hat, die Zigaretten gerochen hat und bei der Verhaftung des Syrers das erste Mal die Angst und Ohnmacht gespürt hat, einem Polizeiapparat ausgeliefert zu sein, stellt man sich unweigerlich die Frage: wie ist die Situation heute? Wie geht es all den Menschen, die man im Buch kennenlernt. Leben Sie noch? Denn unstrittig ist: sie sind real, keine fiktiven Figuren. Mein Bild vom Irak, bestehend aus Karten, nächtlichen Luftangriffen, gestürzten Statuen und Videos von Bombenanschlägen, hatte nur abstrakt mit Menschen zu tun.« (Pressestimme zum Buch)
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