„Nur der Pole bringt die Kohle“

Film von Markus Stein

Filmvorführung und Gespräch

Szene aus dem Film
Viele Polen schätzen vor allem die idyllische Ruhe Mecklenburg-Vorpommerns - so wie Edward Orlowski. 2008 kaufte er ein altes Gutshaus in Ramin im Landkreis Uecker-Randow. Bild: Hoferichter & Jacobs GmbH.

2004 ist die Grenze zwischen Polen und Deutschland gefallen. Am Anfang stand die Angst der Polen, die Deutschen würden in ihr Land kommen und mit Geld nach Land und Besitz greifen. Doch zehn Jahre später scheint alles ganz anders: In den entvölkerten Dörfern Brandenburgs und Mecklenburg-Vorpommerns, im deutsch-polnischen Grenzgebiet ist eine völlig neue Bewegung im Gange, die alle bisher da gewesenen Stereotype des deutsch-polnischen Verhältnisses auf den Kopf stellt.

Der Film ist eine skurrile, gut recherchierte Milieustudie über das, was wir vom Nachbarn zu wissen glauben: über günstiges Land und "typische" Polen, aber auch über "typische" Deutsche, über das fremde und das neue Europa. 2015 widmet sich die Brandenburgische Landeszentrale für politische Bildung diesen neuen Entwicklungen im Nachbarland Polen und informiert darüber mit verschiedenen Angeboten.

Anschließend Filmgespräch mit Markus Stein und Marta Szuster

In Kooperation mit der Gesellschaft für deutsch-polnische Nachbarschaft – Sąsiedzi e. V., sowie Hoferichter & Jacobs (Film- und Fernsehproduktionsgesellschaft mbH.)

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Bewertung

Kommentare

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[...]Und wie gehen die Bewohner mit der neuen Nachbarschaft um? „Wenn die Polen Häuser kaufen, dann stehlen sie nicht mehr“, heißt es lapidar – Vorurteile gibt es natürlich auf beiden Seiten: Klar, der Pole klaue Autos und sei schlampig, der Deutsche pedantisch und ein humorloser Nazi. Krzysztof Pyrka kennt das: „Zu viele Vorurteile zu haben, ist nicht gut, aber manche helfen ein bisschen, manche schützen“, sagt er. Es gebe ja auch positive Vorurteile: dass Polinnen schön seien und der Pole gut improvisieren könne. Und mit dem Vorurteil, klebrige Finger zu haben, wird sogar in Polen gescherzt: „Ich hatte noch nie Lust, in Deutschland etwas zu klauen“, sagt ein Friseur auf der polnischen Seite. „Aber manche halten es ja für einen patriotischen Akt, dort ein Auto zu stehlen.“

Markus Stein gelingt es gerade mit diesen Zitaten, dass man oft lachen muss. Obwohl: Worüber lacht man jetzt eigentlich? Über den Polen, den Deutschen? Über das Vorurteil? Oder lacht man nicht eigentlich über sich selbst? Dazu passt das Porträt der scheinbaren Idylle, die die Kamera einfängt, ohne jemanden dabei vorzuführen [...]

Auszug aus dem Kommentar in den PNN vom 27.02.2015

[...]Gezeigt wurde der Film „Nur der Pole bringt die Kohle“, ein Titel, der nicht nur mich am Abend in die Landeszentrale gelockt hat, sondern auch 80 weitere Interessierte, die wissen wollten, was hinter diesem pfiffigen Titel steckt. Der Saal war rappelvoll mit polnischen und deutschen Besuchern. Altermäßig waren nur die Jüngeren (15-30jährige) etwas spärlich vertreten.

Ich fang mit dem Ende an: Der Film ist super, eines dieser „Muss-man-gesehen-haben“-Dinge. Schauplätze des Films sind Orte in Vorpommern, die sich nahe der polnischen Stadt Stettin befinden. Ihnen ist eines gemeinsam: es ist ruhig dort. So ruhig, dass dort kaum einer mehr wohnen möchte, weil es keine Arbeit gibt, keine Kindergärten und Schulen. Polnische Familien haben neues Leben in diese Orte zurück gebracht: Sie leben in Rossow, Löcknitz, Bergholz, Ramin, Schmagerow und Linken – und arbeiten meistens in Polen.

Die Vorurteile auf beiden Seiten sind schon heftig. In Potsdam kriegt man das gar nicht so mit, an der Uni noch viel weniger. Aber was da zur Sprache kam, war nicht nur lustig. Polen sind laut, faul und unordentlich zum Beispiel. Gelacht wird viel im Publikum, aber vor allem dann, wenn die Eigenarten der Deutschen zur Sprache kommen: Deutsche leben zurückgezogen, wirken verkrampft und die Frauen tragen seltsame Haarfarben auf dem Kopf. Vielleicht hat sich der eine oder andere auch darin wieder erkannt und lächelt die Verlegenheit einfach weg, habe ich leise bei mir gedacht. Ich habe mich fast geschämt, als ich hörte, wie wir Deutschen auf die Polen wirken…[...]

mehr im Blog von Lina Dingler

Lieber Gast, wir wissen dies im Moment nicht, werden uns erkundigen und dann erneut antworten. Ihnen ein schönes Wochenende, wünschen die Kolleginnen der Landeszentrale

Lieber Gast,
derzeit gibt es keine Termine für Aufführungen des Film in Polen. Vielleicht ist Ihre Nachfrage ja eine Anregung für Vereine und Initiativen auf polnischer Seite.

Viele Grüße
Ihre Landeszentrale
 

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