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Die Leipziger Autoritarismus-Studie zeigt, dass auch 2022 ein Legitimitätsempfinden gegenüber der Demokratie in der deutschen Bevölkerung weit verbreitet ist. Sie ist das politische System, in dem die Mehrheit leben will.
Allerdings: Die Frage nach der Stabilität des bundesdeutschen politischen Systems stellt sich vor allem in Krisenzeiten. So ist es vielleicht wenig überraschend, dass seit Beginn der Querdenker-Protestbewegungen gegen die Maßnahmen zur Einschränkung der COVID-19-Pandemie Debatten um die Anerkennung der Demokratie in Deutschland aufkommen. Nun ist die Zahl derer, die wirklich auf die Straße gehen, sich über die Maßnahmen empören und auch vor antidemokratischen Äußerungen nicht haltmachen, übersichtlich.
Gleichzeitig lässt sich in sozialen Netzwerken und auch offline eine Radikalisierung feststellen. Es vergeht kaum ein Tag, an dem nicht Hass-botschaften – wahlweise gegen Politiker oder einfach nur Befürworter der Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung – auf Twitter, Instagram oder bei Telegram kursieren; es gibt kaum eine Auseinandersetzung, in der Medien oder Polizei nicht zum Ziel von verbalen, aber auch tätlichen Angriffen werden.
Könnte es sein, dass die Stabilität der deutschen politischen Kultur und ein entsprechender demokratischer Konsens in der Gesellschaft brüchig werden?
Mit:
- Susanne Pickel, Universität Leipzig, Mitautorin der Leipziger Autoritarismus-Studie 2022
- Gert Pickel, Universität Leipzig, Mitautor der Leipziger Autoritarismus-Studie 2022
Moderation: Michael Stognienko, Heinrich-Böll-Stiftung
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